An der Hauptschule Schetters Busch sind die Stunden gezählt

Die Anmeldezahlen an den Essener Hauptschulen gehen weiter zurück. Einige Hauptschulstandorte stehen auf dem Prüfstand. Hier die Hauptschule Schetters Busch.
Die Anmeldezahlen an den Essener Hauptschulen gehen weiter zurück. Einige Hauptschulstandorte stehen auf dem Prüfstand. Hier die Hauptschule Schetters Busch.
Foto: WAZ FotoPool
„Wir wussten, was auf uns zukommt“, erklärte sagt Friedrich Roß, Schulleiter der Hauptschule Schetters Busch. Deren Ende kommt für alle Beteiligten nicht überraschend. Eine Geschichte darüber, wie eine Hauptschule auf die Nachricht reagiert, schließen zu müssen.

Essen.. Das angekündigte Ende der Hauptschule Schetters Busch (Kray) und der Schirrmann-Realschule (Stoppenberg) kommt für die Beteiligten nicht überraschend. Dezernent Peter Renzel hatte am Mittwoch im Schulausschuss erstmals bekanntgegeben, dass es für beide Häuser keine Zukunft gibt, nachdem ihre Anmeldezahlen fürs kommende Schuljahr unter den Mindestwerten geblieben waren.

„Wir wussten, was auf uns zukommt“, erklärte am Donnerstag Friedrich Roß, der Schulleiter der Hauptschule Schetters Busch. Dort hatten sich fürs nächste Schuljahr nur sieben Kinder angemeldet. 18 sind nötig für die Errichtung einer Eingangsklasse. Die Schule, die erst 2007/08 zur Ganztags-Schule ausgebaut wurde, läuft jetzt aus, nimmt also keine neuen Fünfer mehr an. Damit gibt es nur noch fünf Hauptschulen in Essen, die im Herbst mit einer fünften Klasse starten. Vor fünf Jahren gab es in Essen noch 13 komplette städtische Hauptschulen.

Den Schülern soll kein Nachteil entstehen

An der Gesamtschule Süd, die im September keine Eingangsklasse bilden kann und somit von einer langfristigen Schließung bedroht ist, hätten Eltern derzeit viele Fragen, berichtet Schulleiter Ludwig Menke. „Das Wichtigste: Den Kindern, die bereits auf der Schule sind, entsteht kein Nachteil.“ Was aus der Schule wird, ist aber offen. Ihr könnte eine Zukunft als Sekundarschule bevorstehen.

Zumindest haben viele Schulpolitiker die Einlassung von Dezernent Peter Renzel am Mittwoch im Schulausschuss so verstanden. Er hatte erklärt, dass die Gesamtschule Süd „im Entwicklungsprozess für den Essner Süden weiterhin eine große Rolle spielen“ wird. Der Süden brauche schulische Standorte, „die den mittleren Bildungsabschluss anbieten und weitere Perspektiven eröffnen.“ Ende Februar hatte Renzel erstmals angekündigt, die Stadt wolle ab 2013 mit Sekundarschulen starten. Das Ministerium schreibt vor, dass vorher per Eltern-Umfrage der Bedarf ermittelt werden muss. Deshalb will die Stadt Eltern und Lehrer umfassend informieren, um Akzeptanz entstehen zu lassen. Ein Konzept dazu soll im Mai vorliegen, beschloss der Schulausschuss.

Drohendes Aus für Grundschule

Das Ende der Gesamtschule Süd, aber auch das drohende Aus für die Walter-Pleitgen-Grundschule in Frintrop – auch dort liegen zu wenige Anmeldungen vor – verleitete einige Schulpolitiker am Mittwoch zu Attacken. Manfred Reimer (SPD) erinnerte daran, dass es seine Fraktion war, die vor zwei Jahren eine Zusammenlegung von „Pleitgen“ mit der benachbarten Altfried-Schule vorgeschlagen hatte. Ekkehard Witthoff, schulpolitischer Sprecher der CDU, konterte: Er, Reimer, sei es gewesen, der seinerzeit öffentlich vorgeschlagen hatte, rund ein Viertel der Grundschulen zu schließen. Damit habe er Verunsicherung betrieben.

 

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