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Nach Amokfahrt in Essen und Bottrop: Verdächtiger vielleicht nicht schuldfähig

Bei einer Amokfahrt in Bottrop und Essen wurden in der Silvesternacht mehrere Menschen verletzt.
Bei einer Amokfahrt in Bottrop und Essen wurden in der Silvesternacht mehrere Menschen verletzt.
Foto: dpa

Essen. Bei einer Amokfahrt in Bottrop und Essen hat ein Mann mehrere Menschen verletzt. Der Mann soll seinen Wagen in der Silvesternacht in Bottrop und in Essen aus Fremdenhass mehrfach auf feiernde Menschen zugesteuert haben. Dabei verletzte er insgesamt acht Menschen, die meisten aus Syrien und Afghanistan. Insgesamt schlug er an vier Tatorten in Essen und Bottrop zu.

Der mutmaßliche Täter Andreas N. raste zuerst an der Osterfelder Straße in Bottrop auf Fußgänger zu. Kurz nach Mitternacht fuhr er dann auf dem Berliner Platz in eine Menschenmenge. Anschließend floh er in die Nachbarstadt Essen, auch hier fuhr er Menschen an. Hier schnappte ihn die Polizei.

Eine schwer verletzte 46-Jährige aus Syrien befinde sich weiterhin in stationärer Behandlung im Krankenhaus, hieß es. Über den Gesundheitszustand der anderen teilte die Staatsanwaltschaft nichts mit.

Angriff in Essen und Bottrop: Verdächtiger nannte rechtsextreme Motive

Zunächst hieß es, der Mann habe aus rechtsextremen Motiven gehandelt. Das hatte der Mann kurz nach seiner Festnahme als Motiv genannt. Später äußerte er sich dazu nicht mehr. Fest steht allerdings, dass er keine Verbindungen in rechtsextreme Kreise hat.

Nun teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass der Mann „nach dem vorläufigen Ergebnis der Erstbegutachtung des Beschuldigten durch einen renommierten psychiatrischen Sachverständigen“, zur Tatzeit mindestens „erheblich vermindert schuldfähig war.“

Verdächtiger vielleicht nicht schuldfähig

Und weiter: „Auch eine vollständig aufgehobene Schuldfähigkeit kann derzeit nicht sicher ausgeschlossen werden.“ Das würde bedeuten, dass Andreas N. nicht in einem Gefängnis untergebracht wird.

Der Haftbefehl sei vom Amtsgericht in einen vorläufigen Unterbringungsbefehl umgewandelt worden. „Der Beschuldigte befindet sich nunmehr in einem psychiatrischen Krankenhaus“, so die Staatsanwaltschaft. (fel)

 
 

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