Altes Stellwerk auf Zollverein wird Zentrale für Pflegedienst

So soll das alte Hauptstellwerk auf der Zeche Zollverein nach der Sanierung und dem Umbau aussehen. Es wird Arbeitsplatz für 60 Beschäftigte der Humanitas Pflegedienste sein.
So soll das alte Hauptstellwerk auf der Zeche Zollverein nach der Sanierung und dem Umbau aussehen. Es wird Arbeitsplatz für 60 Beschäftigte der Humanitas Pflegedienste sein.
Foto: Humanitas_Pflegedienst_GmbH
  • Das Unternehmen Humanitas saniert das Stellwerk auf Zollverein
  • Der Firmeninhaber Thomas Pilgrim erfüllt sich damit einen Lebenstraum
  • Er investiert 1,5 Millionen Euro in das denkmalgeschützte Gebäude

Essen.. Das ehemalige Hauptstellwerk auf Zollverein wird bis zum kommenden Frühjahr saniert. Damit wird eine weitere Brache auf dem ehemaligen Zechengelände restauriert.

Der Essener Pflegedienst Humanitas baut das denkmalgeschützte Gebäude, gelegen zwischen Kokerei und der Köln-Mindener-Bahn, zu seinem neuen Unternehmenssitz aus. Am Mittwoch wurde der erste Spatenstich gefeiert.

Der Zeitplan, den sich Humanitas-Geschäftsführer Thomas Pilgrim gesteckt hat, ist sportlich. Schließlich wird das Stellwerk nicht nur aufwendig saniert sondern auch um einen Neubau aus Beton und Glas erweitert. Dafür gibt Pilgrim insgesamt 1,5 Millionen Euro aus und hat einen Erbbaurechtsvertrag mit der Stiftung Zollverein geschlossen, der das Gelände gehört.

Die Sanierungspläne haben sich um etwa ein Jahr verzögert. Das lag laut Pilgrim am Baugenehmigungsverfahren, das sich länger als gedacht hinzog. Bei einem solchen Verfahren würden eben mehrere Behörden mitreden, unter anderem ging es auch um Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. „Das ist kein einfacher Prozess“, musste der Unternehmer feststellen.

Umso glücklicher ist er, das es jetzt losgehen kann. Mit dem Projekt erfüllt sich Pilgrim schließlich einen Lebenstraum. „Ich gehöre nach Katernberg“, bekräftigte er gestern. Aufgewachsen ist er einen Steinwurf von der einstigen Zeche entfernt. Auch sein beruflicher Weg nahm seine Anfänge ganz in der Nähe. Pilgrim wurde nach der Hauptschule Pfleger in der Unfallambulanz des St.-Vincenz-Krankenhauses, kümmerte sich dort auch um verletzte Bergleute. 1993 machte er sich selbstständig und baute einen Pflegedienst mit heute 200 Mitarbeitern und 1000 Kunden auf. Vor vier Jahren warf ihn persönlich ein schwerer Unfall – ein Sturz – zurück. Dass er noch lebe, sei ein großes Glück, sagt Pilgrim.

In dem alten Stellwerk sind kaum noch alte Zeitzeugnisse vorhanden. Vandalen haben über die Jahre des Leerstandes vieles kaputt geschlagen oder auch Metalle gestohlen. Pilgrim will soviel wie möglich dennoch erhalten. Dafür hat er unter anderem alte Fußbodenplatten gesichert, die wieder eingesetzt werden sollen. Ansonsten sollen künftig viele Bilder und Fotografien an die alten Zeiten des Stellwerkes erinnern.

Sein Büro hat sich Thomas Pilgrim bereits ausgesucht. Es wird im zentralen Turm des Stellwerkes liegen. Von hier aus hat er einen Blick auf sämtliche Anlagen auf Zollverein: Schacht XII mit dem Doppelbock, die Kokerei und Schacht 1/2/8. Dort in direkter Nachbarschaft zu Pilgrims Büro wird künftig die neue Folkwang-Universität beheimatet sein.

 
 

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