Als Essen mobil machte

Pascal Hesse
Stellten den neuen Fahrrad-Kalender 2014 vor: Ulrich Malburg, Referatsleiter im NRW-Verkehrsministerium (li.), und Christian Wagener, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Essen.
Stellten den neuen Fahrrad-Kalender 2014 vor: Ulrich Malburg, Referatsleiter im NRW-Verkehrsministerium (li.), und Christian Wagener, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Essen.
Foto: Elke Brochhagen
Der neue Essener Fahrrad-Kalender widmet sich dem Weg der Stadt Essen in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte NRW. Er liefert über 100 Radtour-Angebote und Service rund ums Radfahren.

Essen. 20 Jahre ist es her, als sich die Stadt Essen um die Aufnahme in die heutige Ar­beitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW bewarb. Der jüngst erschienene Fahrrad-Kalender 2014 berichtet über die Lage im Vorfeld der Bewerbung und welche (auch bauliche) Schritte in Essen unternommen wurden, um Mitglied zu werden.

„Insbesondere beleuchtet er den Besuch der Auswahlkommission des Landes im Juni ’94, die damals die Stadt mit dem Rad befuhr“, erinnert sich Christian Wage­ner vom Amt für Stadtplanung und Bauordnung. Der Vertreter des Landesverkehrsministeriums, Heiner Monheim, und auch Essens damaliger Fahrradbeauftragter Martin Stenert hätten dabei eine besondere Rolle gespielt. Und mit dazu beigetragen, dass die Stadt 1995 Mitglied wurde. Aus diesem Grund zieren beide in diesem Jahr das Titelbild des Fahrrad-Kalenders, der mit über 100 Touren durch die Stadt und das Umland aufs Rad locken soll.

Fahrt zu Orten, die an den ersten Weltkrieg erinnern

Stenert ist längst nicht mehr Fahrradbeauftragter, diese Funktion hat heute Wagener inne. Er hat den neuen Kalender zusammengestellt, alle Radfahr-Termine von April bis Oktober in den Fokus gerückt. Den Schwerpunkt bilden wie immer die Radtouren, die von den unterschiedlichsten Veranstaltern durchgeführt werden, zum Beispiel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club in Essen (ADFC), der Essener Fahrrad-Initiative (Efi), der Volkshochschule, den Radsportvereinen und dem Bürger- und Verkehrsverein im Stadtbezirk Zollverein.

Neben zahlreichen Einzelradtouren gibt es zwei Angebote, die jede Woche stattfinden. Wagener: „Die Rad-Stadtführung jeweils samstags und der Pedalo-Treff an jedem Dienstag sind im vergangenen Jahr auf gute Resonanz gestoßen und werden daher auch in diesem Jahr fortgesetzt.“ Sechs „Atempause-Radtouren“ starten von April bis September jeweils am dritten Sonntag im Monat um 15 Uhr am Willy-Brandt-Platz. Sie enden mit ei­ner Andacht in Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet, „viele Ziele und Strecken sind neu im Programm, etwa die Borbecker Privatkapelle der Familie Breider-hoff“, betont Christian Wagener. Unterwegs werden Standorte angefahren, die an den Ersten Weltkrieg erinnern.

Fahren an der Einbahnstraße

Neben einem Serviceteil rund um Fahrradboxen, Radstationen, Fahrradvermietung, das Thema Metro-polradruhr und die „RevierRadStati­onen“ und Adressen von Fahrradgeschäften liefert der Kalender Informationen zu aktuellen Baumaßnahmen. Der Fahrradbeauftragte berichtet von fertiggestellten Projekten, etwa an der Geh- und Radwegtrasse der früheren Rheinischen Bahn (Anschlusstrasse zum Bahnhof Borbeck, Brücke über den Niederfeldsee, Rampe vom Universitätsviertel zur Universität), und liefert einen Ausblick fürs laufende Jahr. Demnach soll zur Jahresmitte die Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg Ruhr fertig werden, der parallel zur A40 von Duisburg bis Hamm über eine knapp 100 Kilometer lange, hochattraktive Premium-Radtrasse verlaufen soll.

„Nach achtjähriger Pause werden dieses Jahr wieder Fahrradstraßen in Essen eingerichtet. Dabei wird an die zuletzt realisierte in der Bäuminghausstraße angeknüpft, wo dem bestehenden Abschnitt zwischen der Gladbecker und der Kleinen Hammerstraße der östlich liegende Bereich zwischen der Gladbecker und der Altenessener Straße folgt.“ Bereits umgebaut sei der Einmündungsbereich an der B224, wodurch das Fahren entgegen der Einbahnstraße ermöglicht werde.

Zwei Angebote aus dem neuen Fahrradkalender

Saison-Auftakttour mit Fahrradcheck am Samstag, 12. April – auf bekannten, aber auch unbekannten Wegen durch den Essener Norden. Bei der Dekra-Niederlassung in Vogelheim besteht die Möglichkeit zum kostenlosen Fahrradcheck mit Plakette. Start: Willy-Brandt-Platz, 11 Uhr. Strecke: circa 30 Kilometer. Infos gibt’s bei Rolf Fliß: 42 18 02

Medienradtour ,Sicher zu Funk und Print’ am Tag der Verkehrssicherheit am Samstag, 21. Juni. Journalisten, Leser und Hörer radeln zu Verlagshäusern, Medien und Pressestellen. Start: Schloss Oberhausen, 10 Uhr. Dauer: 6 Stunden. Infos und Anmeldung bei Eberhard Wühle: 01 520 /1581181, e.wuehle@gmx.de

An diesen Orten im Stadtgebiet ist der Fahrrad-Kalender erhältlich

Der Essener Fahrrad-Kalender 2014 wurde mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren gedruckt und wird zur kostenlosen Mitnahme an vielen Stellen im Stadtgebiet ausgelegt, zum Beispiel in der Touristikzentrale, in den Bürgerämter und Stadtbibliotheken, im Rathaus und in der Volkshochschule. Im Internet gibt es ihn unter: www.essen.de/fahrradfreundlich

Der Kalender bietet auch eine Übersicht aller Mountainbike-Radtreffs des ADFC in Essen. Sie weisen technisch und konditionell mittlere bis hohe Schwierigkeitsgrade auf, daher ist die Teilnahme nur mit Mountainbike und Fahrradhelm möglich. Die erste Tour startet diesen Sonntag, 6. April. Länge: 50 Kilometer. Start: 11 Uhr, Parkplatz Zornige Ameise. Infos: 28 18 49