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Aldi: Wie der Discounter seinen Konkurrenten Lidl abhängt

Aldi hat Lidl im Jahr 2017 abhängen können.
Aldi hat Lidl im Jahr 2017 abhängen können.
Foto: DER WESTEN / Daniel Sobolewski

Essen. Aldi gegen Lidl. Das ist der Kampf der beiden deutschen Discounter-Riesen. Beide Unternehmen machen seit Jahren Milliarden-Umsätze, geben im deutschen Discounter-Geschäft den Ton an. Jahrelang schien es, als könne Lidl langsam aber sicher zum langjährigen Platzhirsch Aldi aufschließen.

Branchenexperten attestierten Aldi schon länger einen Innovationsstau. Doch nun scheint der Discounter-Konzern aus dem Ruhrgebiet dem Konkurrenten davonzuziehen. Das geht aus Zahlen der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) hervor, die der „Wirtschaftswoche“ vorliegen.

Aldi Nord und Aldi Süd legen kräftig zu - Lidl mit schwachem Wachstum

Laut den GfK-Zahlen konnte Lidl die Umsätze im Bereich „Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs“ 2017 um 3,7 Prozent erhöhen. Keine schlechten Zahlen, konnte doch Konkurrenz Kaufland im selben Zeitraum nur um 1,4 Prozent zulegen. Doch im Vergleich zu Aldi wirken die Wachstumsraten von Lidl erschreckend schmal.

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Denn Aldi Nord legte 2017 um 5,8 Prozent zu, Aldi Süd sogar um 8,8 Prozent. Lidls Aufholjagd auf Aldi findet somit ein jähes Ende.

Lidl versucht, gegenzusteuern

Diese durchwachsenen Zahlen erklären laut „Wirtschaftswoche“ auch das Aus für Lidls Deutschland-Chef Marin Dokozic. Er räumte nach kaum mehr als zwei Jahren seinen Posten für Matthias Oppitz. Doch kann er den Anschluss zu Aldi wiederherstellen?

Fest steht, dass Aldi weiterhin knallhart auf Wachstum und Innovation setzt. Aldi Nord investiert im Rahmen des Aniko-Programms 2018 massiv in die Renovierung der zahlreichen Filialen. Die Aldi-Geschäfte sollen heller und freundlicher werden. Allein 2018 sollen so hunderte Filialen runderneuert werden. Um die wichtigen Genehmigungen für neue Läden zu ergattern, will Aldi Süd jetzt sogar Wohnungen bauen.

Auch Rewe gerät durch Aldi unter Druck

Auch Aldi Süd treibt die Modernisierung des eigenen Laden-Konzepts voran. Jüngst wurde bekannt, dass der Konzern bald auf seine Brotbackautomaten verzichtet und anstatt dessen auf frische Backware setzt. Auch Plastiktüten wird es bei Aldi bald nicht mehr geben.

Laut „Wirtschaftswoche“ spüren mittlerweile aber sogar die Supermärkte den Druck von Aldi. „Die Discounter entwickeln sich nach oben, eröffnen größere Märkte, mit Glas und Holz, besserer Beleuchtung und neuen Services“, wird etwa Rewe-Chef Lionel Souque zitiert. Doch die Supermärkte lassen sich nicht so leicht unterkriegen. Auch Rewe hat längst ein Investitionsprogramm aufgelegt und will ebenfalls hunderte Läden modernisieren.

 

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