Mülheim

Sorgen bei Aldi? Ungewohnte Konkurrenz könnte die Dominanz des Discounter-Riesen bald brechen

Aldi droht neue Konkurrenz aus Fernost.
Aldi droht neue Konkurrenz aus Fernost.
Foto: dpa

Mülheim. Bei Aldi laufen die Geschäfte aktuell bestens. Der Discounter investiert aktuell im großen Stil und zieht seinen Konkurrenten deshalb davon.

Laut Zahlen der GfK konnte Lidl die Umsätze im Bereich „Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs“ 2017 um 3,7 Prozent erhöhen. Keine schlechten Zahlen, konnte Kaufland im selben Zeitraum nur um 1,4 Prozent zulegen. Schmale Wachstumsraten im Vergleich zu Aldi. Aldi Nord legte 2017 um 5,8 Prozent zu, Aldi Süd sogar um 8,8 Prozent. Lidls Aufholjagd auf Aldi findet somit ein jähes Ende.

Aldi ist aktuell auf dem Vormarsch

Sogar in den USA, Großbritannien und Australien hat Aldi etablierte Einzelhändler in die Enge getrieben und dort neue Marktanteile erobert.

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Doch nun droht neue Konkurrenz die Dominanz des Discounter-Riesen aus dem Ruhrgebiet zu brechen. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, planen chinesische Online-Händler den Sprung nach Europa.

Chinesische Händler machen Aldi Konkurrenz

Das Magazin zitiert eine Studie der Strategieberatung Oliver Wyman. Die prognostiziert, dass die Kräfteverhältnisse sich weltweit schon bald verschieben werden.

Demnach werden die beiden größten chinesischen Händler, Alibaba und JD.com, 2025 mehr Umsatz machen als die zehn größten deutschen Händler zusammen.

Rasantes Wachstum bei der Konkurrenz

Aktuell sind solche Zahlen aber noch weit entfernt. Die beiden größten chinesischen Händler machten 2017 einen Umsatz von „nur“ 68 Millionen Euro, die zehn größten deutschen Händler lagen zusammen bei mehr als 300 Millionen.

Doch die Konkurrenten aus Fernost wachsen rasant. Allein zwischen 2012 und 2017 konnten sie laut „Wirtschaftswoche“ ihren Umsatz verzehnfachen, 2025 soll er bei 553 Milliarden Euro liegen, der Umsatz der 10 größten Händler aus Deutschland bei 546 Milliarden Euro.

Chinesen drängen nach Europa

Der Vorteil der Chinesen: Sie setzen massiv auf das Internet als Vertriebsweg und um Informationen über die eigenen Kunden zu sammeln. Per E-Scooter werden die Einkäufe dann nach Hause geliefert.

Aldi hingegen hat bisher nicht einmal einen eigenen Online-Shop - und die Chinesen sind laut „Wirtschaftswoche“ gewillt, in Europa groß anzugreifen. „In den nächsten sieben bis acht Jahren werden die chinesischen Handelsunternehmen auch Übernahmen in Europa tätigen“, so Rainer Münch, Handelsexperte von Oliver Wyman: „Das Kapital dafür hätten sie allemal.“ (fel)

 
 

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