Aldi-Begräbnis – skurrile Traueranzeige im Netz aufgetaucht

Aldi: So wurde aus einem kleinen Laden ein Discounter-Riese

Aldi: So wurde aus einem kleinen Laden ein Discounter-Riese

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Kuriose Traueranzeige im Netz aufgetaucht! Darin geht es um das „Begräbnis“ von Aldi. Das, was in der Aldi-Traueranzeige steht, klingt dramatisch.

Was hat es damit nur auf sich? Was dahintersteckt, liest du hier.

Aldi: Skurrile Traueranzeige im Netz aufgetaucht

Am Donnerstag erschien auf Twitter eine Anzeige, in der die Rede von einem „Begräbnis“ war. Dabei hieß es: „Aldi schließt. Wir bleiben“ und: „Heute beerdigen wir die Markthalle für Alle“. Die Aldi Nord-Filiale in der Markthalle Neun am Kiez in Berlin muss nämlich am 30. April dicht machen; ihr wurde gekündigt.

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„Antifa Zeckenbiss“, eine Vereinigung von Antifaschisten, rief deshalb zu einer Trauer-Kundgebung vor der Markthalle für den gestrigen Freitag auf. „Die Markthalle Neun hat Aldi rausgeschmissen! Aldi wollte bleiben!“, hieß es dazu.

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Das ist Aldi:

  • Aldi Nord und Aldi Süd sind zwei separate Unternehmensgruppen
  • Aldi steht für Albrecht-Discount: In 1913 machte sich Karl Albrecht in Essen als Brothändler selbstständig
  • In 1962 wurde der Familienbetrieb zu einem reinen Discounter umfunktioniert und hat den heutigen Namen „Aldi“ gekriegt
  • Die Trennung in Nord und Süd erfolgte in 1961
  • Mittlerweile zählt Aldi zu den zehn größten Einzelhandelsgruppen weltweit

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Der Unmut der Demonstranten ist groß. Sie sagen: „Eine bezahlbare Lebensmittel-Grundversorgung findet in der Markthalle Neun ohne Aldi nicht statt.“ Schließlich drohe den Mietern Mietssteigerungen und „Verdrängung“. Es gehe damit nicht um Lebensmittel, sondern um Immobilien und Profit.

Aldi: „Jegliche Planungssicherheit genommen“

Aldi hatte die Kündigung nach eigenen Angaben am 31. März und damit rund vier Wochen vor dem Ende des Mietverhältnisses erhalten. Der Discounter erklärte dazu in einer Pressemeldung: „Seit dem Beginn der Debatte über unseren Verbleib in der Markthalle Neun haben wir alles Erdenkliche dafür getan, eine dauerhafte Lösung zu finden.“ Dabei habe er viel Zuspruch seitens der Anwohner und Kunden bekommen.

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Aber: „Leider ist das Engagement der Menschen aus dem Quartier, die sogar für unseren Verbleib auf die Straße gegangen sind, ohne Erfolg geblieben. Genauso wie die zahlreichen Gespräche zwischen uns, den Betreibern der Markthalle Neun sowie der Lokalpolitik.“

Die „sehr kurzfristige Kündigungsoption“ des Vermieters habe „jegliche Planungssicherheit genommen“. Und weiter: „Für uns ist es absolut unverständlich, dass uns unsere Rolle als Nahversorger des umliegenden Quartiers nun genommen wird.“

Aldi Nord will sich dennoch nicht aus dem Kiez zurückziehen. Ob der Discounter eine ortsnahe Alternative zu der Filiale in der Markthalle Neun finden wird, sei derzeit aber nicht absehbar. (nk)