Aidshilfe Essen startet Internetkampagne für Solidarität mit HIV-Positiven

Zum Startschuss der Aktion „Traust Du Dich?“ ließen sich Mitarbeiter der Aidshilfe mit einer 15 Meter langen Schleife auf dem Essener Burgplatz fotografieren
Zum Startschuss der Aktion „Traust Du Dich?“ ließen sich Mitarbeiter der Aidshilfe mit einer 15 Meter langen Schleife auf dem Essener Burgplatz fotografieren
Foto: Knut Vahlensieck
Die Essener Aidshilfe startet eine Internetkampagne für Solidarität mit HIV-Positiven. Auf der Website www.traust-du-dich.info können bis zum 11. Dezember Fotos, Videos und Statements hochgeladen werden. Jeder kann mitmachen und kreativ werden. Hintergrund ist die anhaltende Stigmatisierung von Aids-Kranken.

Essen. Die genaue Zahl der Menschen, die in dieser Stadt HIV-positiv sind, lässt sich nur schätzen. Bei der Essener Aidshilfe geht man von bis zu 2500 Betroffenen aus. „Noch immer werden viele Personen stigmatisiert, es gibt Leute, die nicht mit dem Thema Aids in Verbindung gebracht werden möchten und deshalb die rote Schleife nicht tragen wollen“, berichtet Markus Willeke, Sprecher der Aidshilfe.

Der Verein hat gestern eine Internetkampagne für Solidarität mit HIV-Positiven gestartet, bei der Besucher der Seite ihre Erfahrungen und Meinungen zum Umgang mit an Aids erkrankten Menschen bis zum 11. Dezember öffentlich machen können. Auf der Website www.traust-du-dich.info können Fotos, Videos und Statements hochgeladen werden. Die Aktion findet gleichzeitig auch in Bochum statt und wird auch auf Facebook, Twitter, Youtube und anderen sozialen Netzwerken fortgesetzt.

Diskriminierung ist an der Tagesordnung

Zum Auftakt der Online-Kampagne – genau zwei Wochen vor dem diesjährigen Welt-Aids-Tag – versammelten sich gestern auf dem Burgplatz knapp 20 Unterstützer der Aidshilfe, die eine übergroße rote Schleife präsentierten. „Die Website greift dieses Bild auf und lädt alle Interessierten ein, selbst kreativ zu werden und sich einzubringen. Es soll dabei auch um alltägliche Fragen und Berührungsängste gehen“, so Willeke, der davon berichtet, dass selbst Ärzte häufig nicht ausreichend über Aids informiert seien.

„Wir wissen etwa von Zahnärzten, die HIV-Patienten nur den letzten Termin kurz vor Praxisschluss anbieten und das mit der Begründung, der Behandlungsraum müsste ja nach der Untersuchung komplett desinfiziert werden“, sagt Diplom-Sozialarbeiterin Daniela Flötgen. Diskriminierung sei an der Tagesordnung. Die meisten Infizierten würden ihre Erkrankung daher verschweigen. Die Internetseite selbst begrüßt daher mit den Worten „Bist Du mutig und engagiert?“ Es sind bereits erste Bilder zu sehen. Darauf halten Unterstützer rote Schleifen in die Kamera, eine Frau hat ihre Plüschtiere in Schleifen gewickelt, andere bilden mit ihren gesamten Körpern eine Schleife auf dem Fußboden.

 
 

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