Essen

AfD-Veranstaltung in Essen: Als Frauke Petry die Bühne betritt, rasten die Gegendemonstranten aus

Jürgen von Polier und Florian Ring

Frauke Petry in Essen

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  • Die Wahlkampf-Auftaktveranstaltung der AfD NRW fand in Essen statt
  • Deshalb hat eine Band ihren Auftritt abgesagt
  • Beim Auftritt von Frauke Petry werden die Gegendemonstranten dann laut

Essen. Auf dem Altenessener Marktplatz hat am Samstag die Wahlkampf-Auftaktveranstaltung der AfD NRW stattgefunden. Die Partei hatte im Laufe des Tages bis zu 1000 Besucher erwartet. Allerdings sind nur etwa 300 erschienen.

Auch der Essener AfD-Mann Guido Reil sprach auf der Veranstaltung. In seiner Rede ging er darauf ein, dass seit dem Jahr 2000 die Hälfte der Industriearbeitsplätze verlorengegangen seien. „Wir brauchen die Industrie, da arbeiten die richtigen Malocher“ sagte Reil.

Reil inszenierte sich als Bergarbeiter

Insgesamt schien es Reils Thema zu sein. Denn im Vorhinein inszenierte er sich auf Wahlplakaten als Bergarbeiter mit schmutzigem Gesicht und Stirnlampe.

Während seiner Rede wurde er immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen. „Guido Reil, wie tief bist du gesunken“, wurde gerufen.

AfD hätte gern eine Hüpfburg gehabt

Reil selbst ging darauf wenig ein. Sagte aber, er habe mehr Gäste erwartet, viele hätten Angst vor der Polizei und den Gegendemonstranten gehabt. Außerdem hätte die Partei gern eine Hüpfburg und einen Currywurststand auf der Veranstaltung gehabt. Das sei aber von der Polizei nicht genehmigt worden.

Sowieso lief das Rahmenprogramm nicht so wie geplant. Kurzfristig hatten sowohl eine Cheerleader-Gruppe als auch eine Essener Band ihre Auftritte auf der AfD-Bühne abgesagt. Stattdessen sorgte ein Schlagersänger spontan knapp eineinhalb Stunden für die Unterhaltung des Publikums.

Gemeinsam mit Guido Reil hatte sich auch die Bundesspitze der Partei mit Frauke Petry, Jörg Meuthen und Marcus Pretzell angekündigt.

Gegendemonstranten werden bei Petry wieder lauter

Als die mittlerweile sichtbar schwangere Frauke Petry gegen Nachmittag die Bühne betrat, wurden die Gegendemonstranten wieder lauter.

Nachdem einige von ihnen vorher auf den Platz gelassen worden waren, um still zu protestieren, drängte die Polizei die Demonstranten bei Petrys Rede dann wieder zurück.

Petry sagte in ihrer Rede, dass Kinder lernen sollten, stolz auf ihr Land sein zu dürfen. Patriotismus sei aber nicht das ganz große Thema der AfD, es gehe um viel mehr.

Antifa hatte angekündigt, die Veranstaltung massiv stören zu wollen

Die antifaschistische Gruppe Antifa hatte im Vorhinein angekündigt, die Veranstaltung massiv stören zu wollen. Deshalb war die Polizei mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort. Rund um das Allee-Center standen mehr als 25 Einsatzwagen der Polizei.

Die Veranstaltung wurde von mehreren Gegendemonstrationen begleitet. „Offiziell angemeldet sind zwei ", sagte eine Sprecherin der Essener Polizei gegenüber DER WESTEN.

Etwa 120 Gegendemonstranten vor Ort - Polizei erteilt bereits Platzverweise

Dabei handelte es sich um das Aktionsbündnis „Essen stellt sich quer", das mit einem Infostand vor Ort war und die Protestgruppe „Utopie - Bündnis gegen Menschenfeindlichkeit".

Max Adelmann, Sprecher von „Essen stellt sich quer“ sagte gegenüber DER WESTEN: „Wir sind zufrieden mit der Veranstaltung heute. Wir haben mit dem Infostand versucht, die Leute darüber zu informieren, warum die AfD keine Alternative sein kann.“

Neben Infoheften wurden die Besucher an dem Stand auch mit Trillerpfeifen versorgt. Damit sollten sie die Kundgebung der AfD besuchen. Viele von ihnen wurden aber von der Polizei daran gehindert.

Laut Informationen von DER WESTEN waren etwa 50 Gegendemonstranten zu der Veranstaltung erschienen, die von der Polizei größtenteils nicht auf den Platz gelassen wurden. Auch mehrere Platzverweise wurden erteilt.

„Insgesamt verläuft die Veranstaltung aber sehr ruhig und das ist uns sehr lieb“, sagte Sandra Steinbrock von der Essener Polizei während der Veranstaltung.