Ärger um Tannenbaum im Müllsack

Ein kostenloser Service der Essener Entsorgungsbetriebe: Jedes Jahr werden die Tannenbäume abtransportiert und entsorgt.
Ein kostenloser Service der Essener Entsorgungsbetriebe: Jedes Jahr werden die Tannenbäume abtransportiert und entsorgt.
Foto: FUNKE Foto Services
Essener ärgern sich über die Entsorgungsbetriebe: Ebe nahm ihren verpackten Weihnachtsbaum nicht mit. Laut Ebe war das regelrecht: Mitarbeiter leeren nur die grauen Tonnen

Essen.. Heinz-Dieter und Solveig Müller haben es eigentlich wie immer gemacht: Sie haben ihren drei Meter hohen Tannenbaum abgeschmückt, zerkleinert, in Abfallsäcke gesteckt und vor die Tür gelegt. „Seit knapp 45 Jahren entsorgen wir unseren Weihnachtsbaum genau so“, sagt das Ehepaar aus Heisingen, „auch um hinterher nicht den Bürgersteig von Nadeln befreien zu müssen.“ Probleme mit dieser Art der Entsorgung hatten sie bislang noch nie.

Doch dieses Jahr war alles anders: Beim wöchentlichen Leeren der grauen Tonnen blieben die drei Säcke am Straßenrand stehen. „Obwohl ich die Mitarbeiter der Essener Entsorgungsbetriebe (Ebe) darauf aufmerksam gemacht habe, dass sich unser Tannenbaum darin befindet.“ „Plastiksäcke nehmen wir nicht mit“, rief man dem Heisinger als Begründung zu.

„Das war eigentlich widerrechtlich“

„Daraufhin habe ich bei den Essener Entsorgungsbetrieben persönlich angerufen, denn ich konnte mir nicht erklären, warum unser Baum auf einmal nicht mehr entsorgt wurde.“ Bei der Ebe hieß es, dass man ja die Bäume kostenlos mitnehmen würde, aber halt nicht im Plastiksack. „Ich könne ja die grauen Säcke der Stadt Essen kaufen, wurde mir gesagt. Nur diese würde man zusätzlich mitnehmen.“

Leider sei das sehr unglücklich verlaufen, sagt Ebe-Sprecherin Bettina Hellenkamp, als ihr der Vorfall geschildert wird. Den Unmut des Ehepaares kann sie gut verstehen, gerade weil Jahrzehnte lang der verpackte Baum ohne Einwände mitgenommen wurde. Aber: „Das war eigentlich widerrechtlich.“ Die laxe Handhabung in den vergangenen Jahren sei immer wieder auch ein Thema bei der Ebe gewesen, entsprechend wurden die Mitarbeiter dahingehend geschult, grundsätzlich keine zusätzlichen Säcke entsorgen. „Die Mieter oder Hauseigentümer bezahlen nämlich nur die Müllmenge, die in die graue Tonne passt.“ Insofern hätte das Personal genau nach Vorschrift gehandelt. „Das ist die Regel: Alles was nicht im grauen Stadt Essen Sack ist, bleibt stehen.“

Keine Zeit für Kontrolle

„Man hätte doch nur in die Säcke schauen müssen, um zu sehen, dass es sich um einen Tannenbaum handelt“, entgegnet Heinz-Dieter Müller. Für Kontrolle, so Hellenkamp, bliebe während der Müllabfuhr einfach keine Zeit übrig. Ihr Vorschlag zur Tannenbaumabfuhr: Einfach auf den extra Sack verzichten und dafür lieber in Kauf nehmen, die Straße hinterher zu fegen.

Die Müllers haben inzwischen selbst Hand angelegt, den Baum kurzentschlossen in den Kofferraum gelegt und zum nächsten Recyclinghof gebracht.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel