Ärger über Taschengeld - Flüchtlinge blockieren Essener Kreuzung

Flüchtlinge in Essen besetzten am Donnerstag eine Fahrbahn.
Flüchtlinge in Essen besetzten am Donnerstag eine Fahrbahn.
Foto: KDF
Protest im Essener Opti-Park: Offenbar kam es in der Unterkunft für Asylbewerber zu Ärger bei der Vergabe des Taschengeldes. Daraufhin blockierten rund 40 der Bewohner eine benachbarte Kreuzung. Laut Polizei sei es nicht zu Unfällen gekommen, auch Straftaten oder Prügeleien habe es nicht gegeben.

Essen. Rund 40 Flüchtlinge aus der Unterkunft im Opti-Park protestierten am Mittwochnachmittag und blockierten die Kreuzung vor ihrer Unterkunft. Es soll gegen 15.30 Uhr zu Unstimmigkeiten bei der Ausgabe des Taschengeldes gekommen sein.

Die wütenden Menschen liefen auf die Kreuzung Altendorfer Straße/Hans-Böckler-Straße. Obwohl das eine recht befahrene Straße ist, „kam es nicht zu brenzligen Situationen“, sagt Polizei-Sprecher Lars Lindemann. Die Polizei von der Innenstadtwache sei mit mehreren Einsatzwagen schnell vor Ort gewesen, und die Menschen haben nach Aufforderung der Beamten die Fahrbahnen sogleich verlassen. Ein Verkehrschaos habe es nicht gegeben. „Es kam zu keiner Straftat und zu keiner Schlägerei“, sagt Lindemann.

European Homecare betreut die Einrichtung

Es ist nicht das erste Mal, dass es in dieser Flüchtlingsunterkunft zu Problemen mit der Auszahlung des Taschengeldes (rund drei Euro täglich) kam. Es gab bereits Unmut wegen wochenlanger Verzögerungen.

Betreut wird die Einrichtung im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg vom Unternehmen European Homecare, das zuletzt wegen Missständen in den Heimen in die Schlagzeilen geraten ist.

Die Bezirksregierung hat reagiert und setzt nun zusätzlich täglich einen eigenen Mitarbeiter vor Ort ein. Der soll jetzt berichten, was genau vorgefallen ist, sagt Christian Chmel-Menges, Sprecher der Bezirksregierung. Er bestätigt: „Auslöser des Ereignisses war die Taschengeldsausgabe“. Ob es wieder zu Verspätungen kam und ob der Ärger in Einzelfällen berechtig ist, dazu warte die Regierung nun den Bericht ab.