Ärger nach Nahost-Demos – Grüne geben Linkspartei Mitschuld

Tobias Blasius
Die NRW-Grünen geben der Linkspartei eine Mitschuld an den Ausschreitungen bei den Nahost-Demos in Essen.
Die NRW-Grünen geben der Linkspartei eine Mitschuld an den Ausschreitungen bei den Nahost-Demos in Essen.
Foto: Michael Korte / WAZ FotoPool
Die NRW-Grünen geben der Linkspartei eine Mitschuld an den Ausschreitungen nach den Nahost-Demos am Freitag in Essen. „Friedensdemos sind nicht friedlich, wenn Juden beschimpft werden und Synagogen in Gefahr sind“, so die Grünen. Die Linkspartei trage Verantwortung für Krawalle bei der Kundgebung.

Essen/Düsseldorf. Die NRW-Grünen haben die anti-israelische Kundgebung am Freitag in Essen scharf kritisiert und geben der Linkspartei eine Mitschuld an Ausschreitungen. „Friedensdemos sind nicht friedlich, wenn Juden beschimpft werden und Synagogen in Gefahr sind“, sagte Grünen-Landeschef Sven Lehmann dieser Zeitung.

Die Linkspartei trage Verantwortung für Krawalle bei dieser Kundgebung. „Sie hat mit ihrem einseitigen Aufruf massiv gezündelt. Die Geister, die sie rief, waren offenbar auch Antisemiten, Islamisten und Neonazis“, sagte Lehmann weiter. Die Grünen würden sich nur an Veranstaltungen zum eskalierenden Nahost-Konflikt beteiligen, „die Dialog und friedliche Lösungen zum Ziel haben“.

Möglicher Anschlag auf Alte Synagoge

Am vergangenen Freitag hatten in Essen rund 1000 Menschen gegen die Bombardierung des Gazastreifens durch Israel demonstriert. Der Protest wurde von der Jugendorganisation der Linkspartei organisiert.

Die Polizei nahm am Freitagmittag 14 Personen fest, die möglicherweise einen Anschlag auf die Alte Synagoge in der Essener Innenstadt planten.

Die NRW-Grünen kritisieren laut Lehmann zwar weiterhin die Siedlungspolitik und Bodenoffensive Israels, betonen aber zugleich das Selbstverteidigungsrecht des Landes gegen die palästinensische Hamas-Organisation.