A40-Sperrung - Essen drohen drei Monate Stillstand

Marcus Schymiczek
Die Helbingbrücken waren im November 1966 noch im Bau. Nach fast 50 Jahren ist die Betonkonstruktion sanierungsbedürftig. 16 Millionen Euro investiert Straßen NRW Foto: Peter Happel
Die Helbingbrücken waren im November 1966 noch im Bau. Nach fast 50 Jahren ist die Betonkonstruktion sanierungsbedürftig. 16 Millionen Euro investiert Straßen NRW Foto: Peter Happel
Foto: Stadt Essen
Die Stadt Essen bereitet sich auf die A40-Sperrung ab 7. Juli vor. Auf den Umleitungsstrecken werden 30.000 Fahrzeuge täglich erwartet - eine Masse, die kaum bewältigt werden kann. Vom 14. bis 28. Juli ist die A40 in Richtung Duisburg darüber hinaus zwischen Mülheim-Heißen und Kaiserberg komplett dicht.

Essen. Ob Linienbus, Fahrrad oder Rollschuhe - egal was, es dürfte auf jeden Fall die bessere Alternative zum eigenen Auto, wenn die A 40 in der Innenstadt im Sommer wegen Bauarbeiten drei Monate lang komplett gesperrt wird. Besser noch, man bleibt gleich zu Hause. Aber wer kann sich das schon erlauben? Drei Wochen vor der Vollsperrung zwischen dem Tunnel und dem Autobahn-Dreieck Essen-Ost appellierten Verkehrsbehörden,Polizei und der Landesbetrieb Straßen NRW am Freitag an alle Verkehrsteilnehmer, man möge sich frühzeitig damit vertraut machen, dass auf den Straßen rund um die Baustelle wenig bis gar nichts könnte.

95 000 Fahrzeuge pro Tag

95 000 Fahrzeuge pro Tag sind von der Sperrung betroffen sein. Auch wenn das Verkehrsaufkommen während der Sommerferien erfahrungsgemäß um etwa 15 Prozent zurückgeht, dürften die ausgeschilderten innerstädtischen Umleitungen kaum ausreichen, um so viele Autos aufzunehmen. Darüber machen sie sich im zuständigen Amt für Straßen und Verkehr keine Illusionen. Vorbereitet sei man, so gut es eben geht, lautete gestern vor der Presse die Botschaft. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wann wird die A 40 gesperrt? Zum Anstreichen im Kalender: Vom 7. Juli, Mitternacht, bis zum 30. September ist die Autobahn in beide Richtungen dicht. Eng wird es aber bereits am Wochenende 23./24. Juni. An diesem Wochenende sperrt der Landesbetrieb Straßen NRW die Ausfahrt Frillendorf, um dort die Straßendecke zu erneuern. Ein Fahrstreifen der A 40 in Höhe der Ausfahrt wird dann ebenfalls gesperrt. Ab dem 1. Juli markiert der Landesbetrieb ab dem Autobahndreieck Essen-Ost auf der A 52 eine zweite Fahrspur, damit der Verkehr während der Vollsperrung von der A 40 schneller abfließen kann. So weit die Theorie. Vom 14. bis 28. Juli wird die A40 in Richtung Duisburg außerdem zwischen den Abfahrten Mülheim-Heißen und Duisburg-Kaiserberg komplett gesperrt.

Woher wird umgeleitet? In Fahrtrichtung Duisburg müssen Autofahrer die A 40 spätestens am Autobahndreieck Essen-Ost verlassen. Wer ins Stadtzentrum will, kann wählen zwischen den A 52-Abfahrten Bergerhausen, Rüttenscheid oder Margarethenhöhe. Kaum eine Wahl hat, wer aus Richtung Duisburg kommt. Letzte Ausfahrt heißt es vor dem A 40-Tunnel, weiter geht’s über Holsterhauser Straße, Friedrichstraße, Hohenzollern-, Kronprinzen, Kurfürsten und Markgrafenstraße bis zur A 40. Das Amt für Straßen und Verkehr erwartet auf dieser Umleitungsstrecke täglich 30 000 Fahrzeuge in beide Fahrtrichtungen. Trotz verlängerter Grünphase an den Ampeln sind Staus programmiert.

Was tut die Polizei? Die Ordnungshüter wollen vor allem an den ersten Tagen der Vollsperrung an den Kreuzungen entlang der Umleitungsstrecken Präsenz zeigen, um zu verhindern, dass Autofahrer noch „bei dunkelgelb“ über die Ampel fahren und die Kreuzung blockieren, so Polizeisprecher Ulrich Fassbender. Auch auf etwaige Auffahrunfälle könne die Polizei so schneller reagieren. Denn erfahrungsgemäß warten Autofahrer nach einem Zusammenstoß an Ort und Stelle, bis die Polizei den Unfall aufnimmt - und sorgen so für Staus.

Ist die Evag eine Alternative? 

Ja, aber Fahrgäste sollten genügend Zeit einplanen, empfiehlt Evag-Sprecher Olaf Frei. Denn das Nahverkehrsunternehmen erwartet Rückstaus auf allen Bus- und Bahnlinien, die Umleitungsstrecken kreuzen. Die Evag will darauf flexibel reagieren, sechs zusätzliche Busse und vier Straßenbahnen stünden an Betriebshöfen und ausgesuchten Haltestellen bereit. Auch das Service-Personal am Hauptbahnhof soll verstärkt werden. Eng dürfte es aber spätestens nach Ende der Sommerferien werden, wenn die Schüler in Bahnen und Busse drängen.

Und die S-Bahn?

Nicht die S 6, denn mit Beginn der A 40 ist auch die S-Bahnstrecke dicht, weil sechs Bahnhöfe entlang der Strecke saniert werden. Die Deutsche Bahn setzt sechs Wochen lang Busse als Ersatz ein. Ab dem 19. August sollen die S-Bahnen wieder fahren. Auch auf der Linie S 9 wird gebaut, und zwar am neuen S-Bahnhof Kupferdreh. Vom 21. Juli bis zum 6. August fahren zwischen Velberg-Langenberg und Steele ebenfalls Busse statt Bahnen.

Wo gibt es mehr Informationen?

Im Internet: www.A40.essen.de
Hier informiert die Evag.