600.000 Lichter erleuchten Essener Innenstadt

Pascal Hesse
Foto: Ulrich von Born
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Foto: WAZ FotoPool

Essen. Die Eröffnung der 61. Lichtwochen am Sonntag, 31. Oktober, leitete die letzte Phase der Kulturhauptstadt ein. Tausende Besucher verfolgten die pompöse Eröffnung, die mit einem imposanten Höhenfeuerwerk endete.

Verkaufsoffener Sonntag, 31. Oktober, hin oder her, die Innenstadt war am Reformationstag proppenvoll, und das nicht erst zum pompösen Auftakt der 61. Lichtwochen am Abend. Dicht an dicht strömen etliche Einkaufsfreudige be­reits am frühen Nachmittag auf den Willy-Brandt-Platz, wo die Es­sen Marketing GmbH (EMG) mit Darbietungen und Bühnenmusik unter dem Motto „Diese Bilder gingen um die Welt“ die Kulturhauptstadt Re­vue passieren lässt: Theater- und Filmregisseur Gil Mehmert, der den Eröffnungs-Festakt von Ruhr.2010 auf Zollverein inszenierte, steht im Ge­spräch Rede und Antwort. Der Chor Ruhrpott-Pourri, der be­reits bei „Sing! Day of Song“ mitsang, zeigt noch einmal musikalisch, was er kann.

Die einzig wahre Hymne des Reviers

Als dann pünktlich um 18 Uhr Oberbürgermeister Reinhard Paß, Ruhr.2010-Chef Oliver Scheytt, Kulturdezernent An­dreas Bomheuer und weitere Honoratioren der Stadt per Knopfdruck die Lichtwochen eröffnen – ja, man könnte meinen, nun ist endgültig Schluss mit der Kulturhauptstadt, das war’s. Aber weit gefehlt: Textsicher und mit lauten Stimmen ertönt das Steigerlied als „die einzig wahre Hymne des Re­viers“, wie ein Gast gerne be­tont, über den gut gefüllten Platz. Da singen alle mit.

61. Lichtwochen

„Zwei Mo­nate sind es noch, da passiert so viel Kulturelles in der Stadt. Nur weil wir 2011 nicht mehr offiziell Kulturhauptstadt sind, hört das alles doch nicht auf“, meint Margot Kessler, die sich auf dem Burgplatz zwei aufgelassene Schachtzeichen-Ballons an­schaut. Sie ist sicher: „Die tauchen sicher noch in zehn Jahren über der Stadt auf.“

Vorbei am Stand der Domlotterie, an vielen Imbiss- und Verkaufsständen ziehen Hunderte mit Reinhard Paß über die Kettwiger Straße durch die festlich illuminierte Innenstadt. „Mir gefällt das Schachtzeichen-Motiv sehr gut, denn zu den gelben Ballonen hat je­der seine ei­gene Geschichte“, sagt Dennis Rüppel, der wie viele Besucher am Abend vor Allerheiligen, andern als Halloween bekannt, verkleidet in der Innenstadt unterwegs ist.

Dass man die Essener auch mit kleinen Dingen erfreuen kann – und stets mit einem im­posanten Höhenfeuerwerk – zeigt sich gegen 19.30 Uhr auf dem Kennedyplatz. Zu Tausenden blicken die Leute rüber zum Heroldhaus. Von dort aus schießt die EMG ihre Ra­keten in die Luft. Bevor es los geht, sperrt die Feuerwehr den Be­reich rund ums Heroldhaus ab. Mit etwas Verspätung funkelt es kurz darauf in grün, rot, gelb und blau, musikalisch un­termalt, über der City.

Trotz des Feuerwerks ist bei den Lichtwochen Sparen an­gesagt: „Seit 2008 verwenden wir für die Beleuchtung klimaschonende LEDs“, sagt EMG-Chef Karl-Heinz König. Das spare nicht nur viel Geld, sondern ließe die Motive noch schöner als in den Vorjahren erstrahlen.