40 Stellen für Schul-Sozialarbeiter sollen wieder entstehen

Schultheater und Berufsorientierung sind Felder, an denen Sozialarbeiter zuletzt mitgewirkt haben.
Schultheater und Berufsorientierung sind Felder, an denen Sozialarbeiter zuletzt mitgewirkt haben.
Foto: WAZ FotoPool
Jobs waren im Jahr 2014 großteils weggefallen. Geld kommt aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Antrag der Stadt noch nicht genehmigt.

Essen.. Schon im November sorgte ein Landesbeschluss für einiges Aufatmen an Schulen und bei Wohlfahrtsverbänden, jetzt wird die Sache konkret: Die Stadt hat bei der Bezirksregierung beantragt, dass für rund 2,7 Millionen Euro rund 40 Sozialarbeiter an den Essener Schulen neu eingestellt werden sollen. Zum August soll es so weit sein, doch genehmigt ist die ganze Sache noch nicht. „Wir warten auf grünes Licht, erst dann planen wir die Stellen ein“, sagt zum Beispiel Stefan Kleinjohann vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).

Die jüngste Geschichte der Sozialarbeiter an Schulen ist einigermaßen wechselhaft. Gerade mal neun von ihnen gab es bis zum Jahr 2011. Dann kam das „Bildungs- und Teilhabepaket“ der Bundesregierung, und für zumindest zwei Jahre wurde die Anstellung von 70 Fachkräften möglich. Sie kümmerten sich um Themen, die zuvor nicht unbedingt auf der Agenda von Sozialarbeitern standen – das Thema „Übergang von Schule zum Beruf“ wurde jetzt groß geschrieben, oder auch die Wechsel von der Kita auf die Grundschule wurde jetzt vielerorts von Sozialarbeitern begleitet.

Man wartet auf Genehmigung aus Düsseldorf

Fest stand immer: Nur für zwei Jahre können so viele Sozialarbeiter beschäftigt werden, und entsprechend begann ab dem Jahr 2014 eine Hängepartie, auch wenn noch einiges an Geld da war. Die Sozialarbeiter mussten, außer an einigen Berufskollegs, ihre Arbeitsplätze wieder verlassen. Ein Ringen um Anschlussfinanzierung und Zuständigkeiten begann. Bis zum November, als der Landesbeschluss gefasst wurde - einzige Bedingung: Die Stadt muss für die neuen Stellen, die ab August besetzt werden sollen, einen Eigenanteil von 20 Prozent aufbringen. Entsprechend geht es um 675.000 Euro. „Der Eigenanteil“, heißt es in einer Vorlage, mit der sich der Jugendhilfeausschuss in der nächsten Woche beschäftigt, „wird aus dem bestehenden Veranschlagungsvolumen des Haushalts gedeckt.“

Geplant ist, die künftigen Stellen vor allem bei den Sozial- und Wohlfahrtsverbänden anzusiedeln, nicht bei der Stadt selbst.

Mit einem cleveren Schachzug hatte sich einst der SkF geholfen: Um seine theaterpädagogische Arbeit, von Sozialarbeitern organisiert, trotz des zwischenzeitigen Stopps weiter leisten zu können, bediente man sich beim Geld des „Bildungs- und Teilhabepakets“, das für so genannte Maßnahmen zur „Lernförderung“ zur Verfügung gestellt wird. Dieser Posten war nicht zeitlich befristet. Und Theaterarbeit als „Lernförderung“ zu deklarieren, gilt bei denen, die sich auskennen, als durchaus redlich.

Wie auch immer: Man wartet jetzt auf die Genehmigung aus Düsseldorf.

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