300 Bürger im Essener Süden wehren sich gegen Fluglärm

Die Lufthoheit haben Vögel – im Bild: Stare auf der Spitze der Kirche am Kettwiger Markt – im Essener Süden nicht. Gegen den Lärm der Flugzeuge im Landeanflug auf Düsseldorf wehren sich nun 300 Betroffene mit einem Schreiben an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Foto: Reiner Worm / FUNKE Foto Services
Die Lufthoheit haben Vögel – im Bild: Stare auf der Spitze der Kirche am Kettwiger Markt – im Essener Süden nicht. Gegen den Lärm der Flugzeuge im Landeanflug auf Düsseldorf wehren sich nun 300 Betroffene mit einem Schreiben an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Foto: Reiner Worm / FUNKE Foto Services
Foto: WAZ FotoPool
Anwohner schreiben an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Sorge um Betriebserweiterung am Flughafen Düsseldorf

Essen. Fluglärm – für Anwohner im Süden der Stadt ist das seit Jahren ein Ärgernis. Rund 300 Bürger haben sich deshalb jetzt an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gewandt. Ihr gemeinsames Anliegen: Die Landesregierung möge im Bundesrat eine Gesetzesinitiative der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg unterstützen mit der diese sich dafür einsetzen, Bürger besser vor Fluglärm zu schützen. Wörtlich heißt es in dem Gesetzesentwurf: „Es ist (...) notwendig, dem Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm bei der Planung und Festlegung von Flugverfahren sowie in der betrieblichen Praxis ein größeres Gewicht beizumessen.“

Sabine Knipping-Paff aus Überruhr hat das Schreiben an die Ministerpräsidentin initiiert. Seit 24 Jahren ist sie im Stadtteil zuhause. Ihr Eindruck: Seit zwei Jahren hat die Lärmbelästigung durch Maschinen, die sich im Landeanflug auf Düsseldorf befinden, stark zugenommen. „Besonders in der so genannten Nachtrandzeit zwischen 22 und 23 Uhr wird der Flughafen nahezu im Minutentakt angeflogen“, klagt Sabine Knipping-Paff. Selbst danach kehre keine Ruhe ein. Denn der Flughafen gestattet es Fluggesellschaften, die in Düsseldorf ihre „Home Base“ unterhalten, mit Verspätung einzufliegen.

Airport will Kapazität erhöhen

Nun, da der Airport die Absicht erklärt hat, seine Kapazität zu erhöhen auf bis zu 60 Starts und Landungen pro Stunde, könnte alles noch viel schlimmer werden, so die Sorge.

Die Fluglärmkommission, der auch die Stadt Essen angehört, hat das Anliegen des Flughafens zwar zurückgewiesen. Die Entscheidung auf Eröffnung eines Planfeststellungsverfahrens für eine Kapazitätserweiterung liegt nun beim Verkehrsministerium. Sabine Knipping-Paff und ihre Mitstreiter wollen die Bürger sensibilisieren und dazu motivieren, gegebenenfalls Einsprüche zu formulieren, sollte das Verfahren eröffnet werden. Tatenlos zusehen wollen sie nicht. Übrigens: Ministerpräsidentin Kraft habe auf den Brief noch nicht geantwortet.

 
 

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