30. Werden Open Air als Party der heimischen Helden

Viel Platz zum Tanzen in entspannter Atmosphäre: Das neue Sicherheitskonzept des Werden Open Air scheint aufgegangen. Fotos: Sebastian Konopka
Viel Platz zum Tanzen in entspannter Atmosphäre: Das neue Sicherheitskonzept des Werden Open Air scheint aufgegangen. Fotos: Sebastian Konopka
Foto: WAZ FotoPool
Weniger Besucher, der Fokus auf lokalen Bands und entspannte Sommer-Atmosphäre: Die Veranstalter sind mit der 30. Auflage des Pfingst Open Air in Werden zufrieden. Bis zum frühen Abend strömten rund 11.500 Fans ins Löwental. Damit scheint das neue Sicherheitskonzept aufgegangen zu sein.

Essen.. Der Geruch von Sonnencreme liegt in der Luft. Die Ruhrtalwiesen in Werden sind übersät mit leicht bekleideten - und trotz Lichtschutzfaktors teilweise krebsroten - Musikfans. Nach einjähriger Auszeit wurde wieder zusammengeführt, was zusammengehört: Das Löwental und das Pfingst Open Air. Die 30. Auflage lässt sich in einem Wort beschreiben: tiefenentspannt. Das zeigt allein die Bilanz der Polizei am Nachmittag: Drei Verwarngelder wegen Wildpinkels, zwei wegen Badens in der Ruhr.

Das neue Sicherheitskonzept, das die Veranstalter Rockförderverein und Jugendamt in Folge der Loveparade-Katastrophe umsetzen mussten, scheint zu fruchten. Gleichzeitig hat es aber wohl auch einige abgeschreckt. Gemessen an vergangenen Veranstaltungen mit bis zu 25 000 Gästen hat das Werden Open Air an Besucherzahlen eingebüßt: Rund 11 500 Menschen zählten die Securitydienste bis zum frühen Abend an den Eingängen, an denen die Pfandsammler das Geschäft des Jahres machten. Zum ersten Mal war es nicht erlaubt, Getränke und Speisen mit auf das Gelände zu nehmen.

„Wir zeigen heute, dass das Konzept realisierbar ist“

„Das ist völlig in Ordnung. Dafür ist das Festival umsonst und die Getränkepreise moderat“, sagt etwa Christiane (26). Das sehen nicht alle so. Vanessa (23) und Lena (22) etwa würden einen kleinen Eintritt bevorzugen. Dabei sollen die Erlöse des Getränkeverkaufs die Zukunft des Festivals sichern, wie Sprecher Marcus Kalbitzer erklärt. Gerd Dubiel vom Jugendamt ist optimistisch, was die 31. Auflage 2013 angeht. „Wir zeigen heute, dass das Konzept realisierbar ist. Ich bin erleichtert, dass wir das Festival nach den schwierigen Genehmigungsverfahren auf die Beine stellen konnten“, sagt Dubiel.

Weniger Besucher und der Fokus auf lokalen Bands - es ist fast ein bisschen so, als kehre das Festival zu seinen Wurzeln zurück. Das findet auch Jay J. Rocket, Frontmann der Essener und Krefelder Punkrock-Combo „They Swarm at Night“, die sich trotz praller Sonne in glänzenden Leggins und mit Perücken auf die Bühne wagten: „Im Vorfeld gab es ja wohl Kritik, das dem Festival die großen Namen fehlen. Es war immer ein Traum von mir, hier mal zu spielen und ich finde es gut, dass lokale Bands unterstützt werden“, sagt der Musiker.

Das Prinzip aus lokalen und regionalen Bands sowie gut platzierten Headlinern fruchtet auch auf der Elektronischen Wiese, wo trotz Hitze schon am frühen Nachmittag exzessiv getanzt wird. „Wir sind gemeinsam mit dem Festival gewachsen“, sagt Patrick Matzmohr, der die Wiese als Produzent und DJ mitverantwortet.

Wie am Mischpult wurden auch beim Festival alle Knöpfe erfolgreich auf Reset gedrückt: Bleibt zu wünschen, dass Gerd Dubiel und die 120, größtenteils ehrenamtlichen, Helfer auch 2013 wieder zur größten Sommerparty in Essen einladen können.

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