22-Jähriger soll im Bordell Prostituierte vergewaltigt haben

Die Anklage lastet Andre Z. (l.) und Halil B. (2. v r.), hier mit ihren Verteidigern Thorsten Dercar und Volker Schröder, brutale Gewaltdelikte an.
Die Anklage lastet Andre Z. (l.) und Halil B. (2. v r.), hier mit ihren Verteidigern Thorsten Dercar und Volker Schröder, brutale Gewaltdelikte an.
Foto: Katharina Weber
  • Zwei junge Männer wegen brutaler Gewaltdelikte vor dem Schwurgericht
  • Laut Anklage zwei Brüder auf einem Spielplatz nachts niedergeprügelt
  • Strafkammer weist auf eine mögliche Sicherungsverwahrung hin

Essen.. Erst 22 Jahre alt sind die beiden jungen Männer. Falls die Vorwürfe der Anklage zutreffen, werden sie so schnell nicht mehr in Freiheit kommen. So heftig und brutal sind die Straftaten, für die sie sich seit Freitag vor dem Schwurgericht verantworten müssen.

Gemeinsam sollen Halil B. und Andre Z. am 22. Mai in Holsterhausen zwei Brüder nachts auf einem Spielplatz in Holsterhausen übel zusammengeschlagen haben. Halil B. wirft die Anklage dabei sogar einen versuchten Totschlag vor. Für ihn gibt es noch eine weitere Anklage: Da soll er in einem Schnellimbiss in Bottrop einen Mann verprügelt haben.

Auch Vergewaltigungen im Bordell angeklagt

Drei weitere Taten liest Staatsanwalt Gabriel Wais bei Andre Z. vor: Da soll er zweimal im Bordell in der Stahlstraße und einmal auf dem Straßenstrich an der Gladbecker Straße Prostituierte gewürgt und vergewaltigt haben.

Der Ausbruch an Gewalt, die Banalität des Anlasses, erschüttern. In der Nacht zum 22. Mai hatten die beiden mit zwei Frauen gemeinsam in der Wohnung von Andre Z. in Holsterhausen gefeiert. Doch den Frauen gefiel es dort laut Anklage nicht mehr, weil Halil B. zuviel Alkohol trank und immer aggressiver wurde. Sie gingen.

Tritte vor den Kopf und Schläge mit der Holzlatte

Andre Z. bugsierte den Freund danach nach draußen. Dort saßen gegen 1.50 Uhr zwei Brüder auf einem Spielplatz. Halil B. soll unvermittelt zu einer körperlichen Attacke angesetzt haben, an der sich auch der Mitangeklagte beteiligt habe. Er soll auch auf den Kopf des am Boden liegenden Mannes eingetreten haben. Schließlich habe Halil B. aus einem Container eine Holzlatte mit Nägeln genommen und damit auf einen der Brüder eingeschlagen. Schwer verletzt überlebte das Opfer, bevor die von den Nachbarn herbeigerufene Polizei kam.

Aber dieser nächtliche Gewaltausbruch, dieser versuchte Totschlag, ist eben nicht die einzige Tat, von der Staatsanwalt Wais spricht. Der Anlass bei der zweiten Anklage von Halil B. ist fast nichts. Am 1. November 2015 steht er bei McDonalds am Südring in Bottrop nachts um 3.10 Uhr in der Schlange. Eine Frau fragt, ob er den Geldschein aufgehoben habe, den sie verloren hatte. Laut Anklage soll er sie mit „Halt die Fresse!“ und anderen Beleidigungen beschimpft haben. Als ein Mann sich einmischt und ihn zu respektvollerem Verhalten auffordert, soll er diesem direkt ins Gesicht geschlagen und ihn getreten haben. Der Mann soll ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben.

Prostituierte mehrfach gewürgt

Bei Andre Z. lässt die zweite Anklage auf eine gestörte Sexualität schließen. Am 17. Januar geht er in der Stahlstraße mit einer Prostituierten aufs Zimmer. Er zieht sich aus, zahlt aber nicht, heißt es in der Anklage. Stattdessen soll er die Frau mehrfach gewürgt, aufs Bett geschmissen und vergewaltigt haben. Zwischendurch habe er gerufen: „Ich bin der Boss. Ich habe keine Angst vor der Polizei.“

Vier Monate später, am 20 Mai, soll er erneut bei der Prostituierten erschienen sein, die ihn zunächst nicht erkannt habe. Er soll ihr erneut an den Hals gegriffen haben, doch die durch das Geschrei aufgeschreckte Wirtschafterin verhindert Schlimmeres.

Fünf Tage im Mai voller Gewalt

Zwei Tage später soll er an der Prügelattacke in Holsterhausen beteiligt gewesen sein, drei Tage später ist laut Anklage der Straßenstrich an der Gladbecker Straße sein Ziel. Er lockt eine der Prostituierten in den Wald, heißt es weiter, würgt sie, droht mit dem Tode und vergewaltigt sie. Fünf Tage im Mai voller Gewalt.

Das Schwurgericht hat beide Angeklagte psychiatrisch untersuchen lassen. Weil die Gutachterin am Freitag fehlt, machen sie noch keine Aussage. Das Gericht hat Andre Z. bereits vorgewarnt. Ihm droht danach die Sicherungsverwahrung, so dass er auch nach verbüßter Haftzeit lange Zeit nicht mehr in Freiheit kommt.

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