18. Rhein-Ruhr-Meisterschaften - 160 Hunde hecheln um die Wette

Markus Grenz
Hitomi, Eowin, Isis und Maria Bujak aus Xanten: Das Team Zwergspitz machte auch mit. Fotos:Walter Buchholz
Hitomi, Eowin, Isis und Maria Bujak aus Xanten: Das Team Zwergspitz machte auch mit. Fotos:Walter Buchholz
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Über 160 Hunde hechelten bei den 18. Rhein-Ruhr-Meisterschaften vom Pudelclub Essen um die Wette. Herrchen oder Frauchen vorweg, ihr Liebling hinterher. Bei allen sportlichen Ambitionen stand der Spaß in Altenessen im Vordergrund.

„Athleten“, die lieber schnüffeln als laufen, mitten im Wettkampf die Strecke verlassen oder sich ins Ziel tragen lassen: Bei den 18. Rhein-Ruhr-Meisterschaften im Hunderennen vom Pudelclub Rhein-Ruhr Essen in Altenessen ging es weniger um tierischen Ernst als großen Spaß. Alle Rassen durften mitmachen. Mehr als 160 Bellos hechelten um die Wette.

„Jetzt loslassen“, ruft Simone Bujak und hebt den Arm. Knapp die Hälfte der 50-Meter-Strecke hat sie schon als „mechanischer Hase“, als Tempomacherin, zurückgelegt. Jetzt ist Zwergspitz Jengo an der Reihe und hetzt, so schnell ihn die kurzen Beinchen tragen, die Wiese herunter, Frauchen läuft vor. Doch das orange-braune Fellbündel ist mit dem Kopf, präziser gesagt mit der Nase, woanders, und legt vor der Ziellinie noch eine ausgedehnte Schnüffelpause ein. Mehrere hundert Zuschauer lachen: So laufen Meister der Herzen.

Schnüffeln statt spurten

„Wir machen zwar Hundesport, aber der Spaß für Hund und Halter steht schon im Vordergrund“, erläutert Heribert Jurkat, Organisator vom Pudelclub. Und zum Lachen und Schmunzeln gibt es eine Menge. Hunde, die die Bahn zum Schnüffeln verlassen oder wieder zurücklaufen, Vierbeiner, die das schwergewichtige Frauchen auf der Bahn einholen und prompt stehen bleiben, oder ein schwarzer Pudel, der orientierungslos nach Herrchen sucht, während das schon fast im Ziel ist. Und natürlich die Dame, die ihren Ehemann zu mehr Tempo antreibt: „Helmut, lauf doch!“

Getrennt nach Geschlecht, Alter und Größe, treten die Vierbeiner gegen die Uhr an. Zwei Sololäufe mit Herrchen oder Frauchen vorneweg hat jeder Bello, um sich sein Leckerchen zu verdienen.

„Das hat natürlich auch Jengo bekommen“, berichtet Züchterin Maria Bujak, die ein ganzes Bündel Zwergspitze auf dem Arm trägt. „Die Hunde haben Auslauf und Freude. Wir kommen gerne her“, berichtet die Frau aus Xanten, während sie die Tierchen absetzt und Tochter Simone die Leinen in die Hand drückt. Für den Rest des „Teams Zwergspitz“ ist die Zeit gekommen.

„Es läuft nicht immer der selbe Hund, die sehen sich nur so ähnlich“, stellt Moderator und Vereinsvorstandsmitglied Manfred Fischer klar, als Simone Bujak das dritte Mal hintereinander vor einem Zwergspitz die Strecke entlangtrabt. Hitomi, Eowin und Isis machen ihre Sache gut. Über den guten Lauf der Letztgenannten freut sich Frauchen besonders, denn die Hündin ist behindert, ihr fehlt die Rute. „Isis kriegt eine Extra-Belohnung“, sagt Maria Bujak.

Die wohl größte Truppe – abgesehen von den Vereinsmitgliedern aus dem Pudelclub – ist aus Katernberg gekommen. Gekleidet in einheitliche blaue T-Shirts, haben sich die 15 Hundemuttis und -vatis vom Schäferhund-Verein, Ortsgruppe Katernberg, Bilder ihrer Lieblinge auf den Rücken drucken lassen. Auf dem von Stefan Jansen ist ein Husky zu sehen. „Das erste Mal war ganz gut. Vielleicht ist Sally beim zweiten Mal noch schneller“, sagt Jansen. Eine Belohnung hat die Hündin natürlich trotzdem schon jetzt bekommen: eine Bockwurst.