1600 Schlagloch-Hinweise bei der Stadt Essen eingegangen

Claudia Pospieszny
Frostschäden wie hier an der Borbecker Theodor-Hartz-Straße werden nach der Schneeschmelze im ganzen Stadtgebiet sichtbar.
Frostschäden wie hier an der Borbecker Theodor-Hartz-Straße werden nach der Schneeschmelze im ganzen Stadtgebiet sichtbar.
Foto: WAZ FotoPool
Rund 70 Mitarbeiter sind täglich in Essen unterwegs, um neue Schlaglöcher auf den Straßen mit Kaltasphalt zu verfüllen. 1600 Schäden wurden der Stadt bereits im Januar gemeldet. Autofahrern bleibt also nur, weiterhin langsam und teils gefährliche Ausweichmanöver zu fahren.

Essen. Der Schnee ist geschmolzen, nun werden die Schäden auf den Fahrbahnen deutlich sicht- und spürbar. Löcher mit mehreren Zentimetern Tiefe findet man auf nahezu allen großen Straßen. Und so gingen allein im Januar 1600 Hinweise von Bürgern auf Fahrbahnschäden bei der Stadt Essen ein. „Allerdings bedeutet das nicht, dass es auch 1600 Schadensstellen gibt. Wir zählen die Hinweise und wenn dabei 50 Mal die Laupendahler Landstraße genannt wird, geht die auch 50 Mal in die Statistik ein“, sagt Stefan Schulze vom Stadt-Presseamt.

Nichtsdestotrotz. Auf vielen Straßen sind die Schäden immens. Allein 70 Mitarbeiter der Stadt sind darum täglich in Zweier- und Vierer-Teams unterwegs, um Löcher, die eine Gefahr für den Verkehr darstellen, sofort mit Kaltasphalt zu verfüllen. Doch während sie ein Loch schließen, tun sich an anderer Stelle zwei neue auf. Der Grund: In der langen Regenperiode sammelte sich Wasser unter dem Asphalt, es kam der Frost und in der Folge riss der Asphalt, Löcher blieben zurück.

Mirarbeiter im Dauereinsatz

So stehen bei der Stadt die Telefone nicht still und die Mitarbeiter sind im Dauereinsatz – dabei sei der Zenit der Frostschäden noch gar nicht erreicht. „Alle Schäden können wir erst erfassen, wenn die kalten Tage vorbei sind“, sagt Schulze. Bis dahin sei mit weiteren Schäden an den Fahrbahndecken zu rechnen.

Autofahrern bleibt nur, langsam zu fahren – oder im Slalom um die Schlaglöcher zu kurven. Und dabei, so berichten Leser, komme es zu gefährlichen Ausweichmanövern, bei denen Fahrzeuge, die großzügig einen Krater im Asphalt umfahren, auch mal auf die Gegenfahrbahn geraten. Unfälle, die auf Schlaglöcher zurückzuführen sind, seien bei der Stadt noch nicht bekannt, wie Schulze mitteilt. Im vergangenen Jahr meldeten der Stadt drei Autobesitzer formlos ihre Schäden. Ob die Stadt dafür allerdings haftbar zu machen sei, müsse man im Einzelfall prüfen, so Schulze weiter. „Die Stadt haftet, wenn sie grob fahrlässig gehandelt hat, das heißt, wenn ein Schaden schon längere Zeit bekannt war und nicht so schnell wie möglich behoben wurde.“

Ob es Stadtteile gibt, in denen besonders es besonders holprige Strecken gibt, lässt sich, so Schulze, erst nach der Frostperiode und Begutachtung aller Schäden abschätzen.

Fotos von Schlagloch und Schaden

Wer einem Schlagloch ausweicht, sollte sich vergewissern, dass ihm niemand entgegen kommt, denn „wenn jemand in den Gegenverkehr ausweicht und dabei ein anderes Auto rammt, hat er klar Schuld an dem Unfall“, erklärt Polizeisprecher Peter Elke. Bleibt die Möglichkeit, aufs Schlagloch zuzuhalten und damit Schäden am eigenen Auto zu riskieren.

Die Versicherungswirtschaft rät in diesen Fällen, Beweise - Schlagloch und Schäden am Auto - zu fotografieren und gegebenenfalls die Polizei hinzuzuziehen. Wer eine Vollkasko-Versicherung abgeschlossen hat, bekommt die Fahrzeugreparatur ersetzt. Vor Gericht Schäden, etwa gegenüber einer Kommune geltend zu machen, wird hingegen schwierig. Viele Gerichte urteilten: Bei allgemein schlechtem Straßenzustand, ausreichender Beschilderung und angemessener Fahrweise könnten Schäden vermieden werden.