Essen

Nach sexuellen Übergriffen im Vorjahr - erhöhte Sicherheitsmaßnahmen bei „Essen Original“

„Taktische Sperren“ sollen vor möglichen Anschlägen schützen.
„Taktische Sperren“ sollen vor möglichen Anschlägen schützen.
Foto: Daniel Schreckenberg
  • „Essen Original“ soll sicherer werden
  • Das Sicherheitskonzept sieht Betonsperren, mehr Zivilpolizei und Licht vor
  • Im vorherigen Jahr kam es zu 17 Strafanzeigen auf Grund sexueller Übergriffe auf Frauen

Essen. Knapp 200.000 Besucher lockt das Stadtfestival „Essen Original“ jedes Jahr in die City. Nach sexuellen Übergriffen im Vorjahr haben Stadt, Polizei und der Veranstalter ein ausgebessertes Sicherheitskonzept entwickelt.

Neben Betonsperren sollen mehr Zivilpolizisten, hellere Lichtmasten und enger aneinanderstehende Stände für ein besseres Befinden bei den Besuchern sorgen.

Das Stadtfestival eröffnet am Freitag um 18 Uhr mit den Essener Philharmonikern. Gleichzeitigen bilden sie den letzten Act am Sonntag um 20 Uhr.

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17 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe

Im vergangenen Jahr waren bei der Polizei 17 Strafanzeigen eingegangen. Frauen wurden massiv sexuell von mehreren Tätern angegangen. Im November beginnt deshalb der Gerichtsprozess gegen zwei Nordafrikaner, die Teil einer Gruppe gewesen waren, die zwei Frauen an der Marktkirche belästigt hatten.

Die Hälfte der Angezeigten konnte ermittelt werden, berichtet die NRZ. Somit blieb die andere Hälfte der Täter unerkannt. Häufig fanden die anberaumten Gerichtsprozesse nicht statt, da die Beschuldigten nicht zum Termin erschienen oder unbekannt verzogen waren.

Mehr Zivilpolizei, aber vorerst kein „Hilfetelefon“

Wegen der sexuellen Übergriffe möchte die Polizei dieses Jahr präventiv vorgehen. Vermehrt werden sich Zivilpolizisten unter das Volk mischen. Nachdem beim vergangenen „Essen Original“ die Polizei schnell reagierte und die Anzahl an Beamten erhöhte, sollen diesmal von Beginn an mehr Kräfte im Einsatz sein.

„Ein Hilfetelefon wird es erst mal nicht geben“, erklärt Christoph Wickhorst von der Polizei Essen. Er bittet Opfer und Zeugen im Notfall die 110 zu wählen oder Polizisten direkt anzusprechen. „Sollte es erneut zu mehreren sexuellen Übergriffen kommen, kann eine Opfer-Hotline jederzeit eingerichtet werden.“

„Taktische Sperren“ kosten 20.000 Euro

Auffälligste Neuerung: Der Veranstalter wird die Zugänge zu allen fünf Veranstaltungsorten mit „taktischen Sperren“ sichern, die Anschläge mit Fahrzeugen verhindern sollen. Diese bestehen aus zwei Betonklötzen, zwischen denen jeweils ein Stahlseil gespannt ist.

Essen Marketing-Geschäftsführer Dieter Groppe erklärt: „Wenn tatsächlich jemand dagegen fährt, verschieben sich die Klötze und blockieren so die Räder.“ Zudem werden auch Kastenwagen als Sperren eingesetzt.

Durch den erhöhten Aufwand kommen auf den Veranstalter etwa 20.000 Euro Mehrkosten zu.

Verstärkte Kontrollen an Zugängen

Der Veranstalter weist darauf hin, dass es zu Kontrollen an allen Festivalzugängen kommen wird. Auch während der Konzerte und Veranstaltungen werden mehr Sicherheitskräfte und das Ordnungsamt die Augen offen halten.

Dabei achten sie auch darauf, dass das Glasflaschenverbot auf dem gesamten Gelände eingehalten wird. Auch Minderjährige werden es schwer haben. Das Jugendschutzgesetz soll streng durchgesetzt werden.

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