Ziel ist, Berührungsängste abzubauen

Gevelsberg.  Seit 10 Jahren ist das alte Krankenhausgebäude in Gevelsberg nun schon widerbelebt. Genau so lange befindet sich die Fliedner-Klinik in den Räumlichkeiten und dieses Jubiläum feierten sie mit einem Tag der offenen Tür. Dafür hatte sich das Haus einiges einfallen lassen: Es gab Vorträge und Filme über ADHS, Borderline-Störungen, Depressive Störungen und Angststörungen. Die Vorträge waren ausnahmslos gut besucht bis überfüllt, das Interesse daran, mehr über diese Krankheiten zu erfahren war sehr groß. Neben der Theorie gab es auch Einführungen in Achtsamkeitsübungen, Entspannungsübungen und Lichttherapie.

Im Hier und Jetzt präsent sein

Die Grundhaltung der Fliedner-Klinik hört sich einfach an, ist aber nicht immer für jeden leicht: „Wir praktizieren eine Haltung der Achtsamkeit. Es geht darum, im Hier und Jetzt präsent zu sein und den gegenwärtigen Moment bewusst und aufmerksam zu erleben, ohne ihn zu bewerten.“ Um diese Achtsamkeit zu erreichen, gibt es verschiedene Übungstechniken, die dabei helfen, die Gedanken auszurichten. Einige davon konnten die Besucher während dieses Tages kennenlernen.

Dazu gab es Führungen durch das ganze Haus, die auch für diejenigen interessant waren, die noch das alte Krankenhaus kannten.

Insgesamt ist das Angebot des „Tags der offenen Tür“ auf breite Resonanz gestoßen und hat sicherlich dazu beigetragen, Berührungsängste abzumildern. Denn dass Berührungsängste ein Problem darstellen, ist schon auf der Website der Klinik thematisiert. An diesem Tag jedoch konnte man sich einfach dort hinbegeben, um sich alles in Ruhe anzusehen, einfach so, ohne jede Begründung.

Ein Teil der Therapie in der Fliedner-Klinik ist die Ergotherapie. Ausgestellt wurden Projekte der „Tätigkeitsorientierten Gruppe“ der Tagesklinik. Hier wird gemeinsam in der Gruppe auf ein gemeinsames Ziel hin gearbeitet. Die Patienten sind angehalten, sich mit Gruppenarbeit auseinanderzusetzen, Diskussionen zu führen, andere Grenzen zu respektieren, aber auch eigene Grenzen kennenzulernen. Bei anderen Therapien arbeitet jeder an seinem eigenen Projekt, entweder mit Ton oder Speckstein oder beim Körbeflechten.

Die Fliedner-Klinik verfügt auch über einen Therapiehund, wie Schilder an vielen Türen mitteilen, der zeigte sich an diesem Tag aber nicht.

 
 

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