Wenn Erwachsene wieder zu Kindern werden

Die beiden Freunde und der finstere Geselle: Seppel (links, Max Meinecke), Räuber Hotzenplotz (Marc Neumeister) und Kasperl (rechts, Aaron Heiß).
Die beiden Freunde und der finstere Geselle: Seppel (links, Max Meinecke), Räuber Hotzenplotz (Marc Neumeister) und Kasperl (rechts, Aaron Heiß).
Foto: WP

Ennepetal..  „Seid ihr alle da?“ Zweimal fragen Kasperl und Seppel in den Saal des Hauses Ennepetal. Und vielstimmig ist zu hören: „Ja!“ Die da so antworten, sind keine Kinder. Es sind Erwachsene, recht viele, die ins Leo-Theater gekommen waren, um das Kinderstück „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ zu erleben, dass Ottfried Preußler 1969 schrieb.

Kasperl und Seppel gewarnt

Ganze Generationen von Kindern fieberten schon mit, als Kasperl und Seppel in den Räuberwald gingen, um die Großmutter zu befreien. Am Freitagabend bei der Premiere waren nur wenige Kinder dabei. Die für den Nachmittag vorgesehene Vorpremiere für Kinder musste ausfallen, weil nur wenige Karten im Vorverkauf erworben worden waren.

Abends jedoch waren die Erwachsenen die Kinder. Sie lachten, riefen dazwischen, warnten Kasperl und Seppel vor dem Räuber Hotzenplotz, litten mit, als Oberwachtmeister Dimpfelmoser im Spritzenhaus als Gefangener um Hilfe rief.

So hatte es sich auch Theaterleiter Thorsten Hamer in seinen Begrüßungsworten gewünscht. Die Regisseurin Christiane Breucker schaffte auch alle Voraussetzungen dafür, so dass sich sowohl Erwachsene als auch Kinder vom Bühnengeschehen verzaubern lassen können. Marc Neumeister mimt den Räuber Hotzenplotz, stellt ihn mal als einen gemütlichen im Wald lebenden Räuber dar, der aber auch sehr böse werden kann. Kasperl (Aaron Heiß) und Seppel (Max Meinecke) kommend das Angeln besingend vom Hasper Bach und sind – wie kann es anders sein – die lustigen Helden des Stücks.

Anschließende Premierenfeier

Marika Kotulla spielt die Großmutter mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Sie ist eine Oma wie aus dem Bilderbuch. Frank Passmann muss als Oberwachtmeister Dimpfelmoser Ängste ausstehen und sogar in Unterhosen agieren. Aber er verkörpert dennoch das Gesetz. Und da ist noch die Witwe Schlotterbeck, eine Hellseherin, die mit ihrem Hund, der wie ein Krokodil aussieht, ins Geschehen eingreift. Karin Schwarz stellt die Witwe Schlotterbeck dar, beherzt und resolut.

Ende gut, alles gut, Spaß gehabt. Erwachsene wurden wie Kinder. Ziel erreicht.

Es gab zum guten Ende herzlichen Beifall für das ganze Ensemble, für die Regisseurin Breucker, für den Theaterchef Thorsten Hamer und für Gaby Hammer, die die bestens passenden Kostüme schuf. Alle Beteiligten standen auf der Bühne und luden zur Premierenfeier ins benachbarte Theatercafé mit dem schönen Namen „Nie mehr allein“.

INFO:

Weitere Aufführungen sind am Donnerstag, 4. Dezember, um 17 Uhr, am Samstag, 6. Dezember, um 12 Uhr und um 15 Uhr und am Dienstag, 23. Dezember, um 17 Uhr.

Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Es gibt auch Angebote für Schulklassen, Kindergartengruppen und andere Kindergruppen.

Das Leo-Theater im Haus Ennepetal, Gasstraße 10, ist unter 02333/ 988018 zu erreichen oder unter www.leo-theater.de.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen