Wenn die Wut erwachsen wird

Angst oder Traurigkeit sind die Auslöser der Wut.
Angst oder Traurigkeit sind die Auslöser der Wut.
Foto: Getty Images

Gevelsberg.  Haben Sie Zoff? Am Arbeitsplatz, in der Schule oder der Familie? Dann packen Sie ihn gut ein und liefern ihn am kommenden Mittwoch, dem 25. März, um 19 Uhr, im Stadtcafé Theodor der Fliedner Klinik ab. „Zoff & Co. – Konflikte verstehen und bewältigen“, heißt das Thema von Dr. med. Marc-Andreas bei seinem Chefarzt-Vortrag.

In den Erwachsenenmuodus

Kennen Sie das auch? Im Stau ist kein Weiterkommen mehr. Die Blechlawine bewegt sich keinen Zentimeter. Sie brüllen los. Der Partner an ihrer Beifahrer-Seite zuckt zurück. Die Kinder drücken ihre Kuscheltiere noch fester. Die Luft ist raus. Sie schauen durch die Windschutzscheibe und das Unfassbare ist passiert: Der Stau ist noch immer da. Es war auch kindisch, daran zu glauben, dass man ihn wegschreien kann.

Deshalb rät Marc-Andreas Edel: „Schalten Sie in Konfliktsituationen vom Kinder- in den Erwachsenenmodus um.“ Jeder Mensch habe in seiner Jugend ein Verhalten angenommen, wie er mit einem Konflikt umgeht. „Entweder ich ergreife die Flucht, ich greife an oder ich unterwerfe mich, fresse alles in mich hinein“, zählt Edel auf. Alle drei Möglichkeiten sind seiner Meinung nach nicht gesund. Wichtig sei die Frage - und damit die Umschaltung in den Erwachsenenmodus: Wie kann ich die Ursache für den Konflikt lösen?

„Angst oder Traurigkeit“ seien die Auslöser von Wut. Das zu erkennen, so der Mediziner, sei erst einmal wichtig. Man müsse zum Beispiel akzeptieren können, dass es im Berufsleben bestimmte Pflichten gibt. Es kann auch die eigenen Grenzen geben. Wenn man zum Beispiel wütend auf einen Partner ist, der mehr und mehr dem Alkohol verfällt und ihn deshalb anschreit. Die Ursache des Konflikts sei nur mit Hilfe eines Therapeuten zu lösen.

Über den Grund der Wut nachzudenken, bedeute nicht, den Ärger in sich hinein zu fressen. Primäre Gefühle sollten nach Meinung des Chefarztes der Fliedner Klinik nie unterdrückt werden. „Früher hatten wir einen Boxsack bei uns hängen“, lacht Dr. med. Marc-Andreas Edel. Aber es muss keine schlagkräftige Sportart sein, um den Ärger los zu werden: „Eine Runde Jogging reicht.“ Mehr Tipps gibt es beim Vortrag im Gebäude des ehemaligen Krankenhauses.

 
 

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