Wenn die Luft wegbleibt

Ennepetal..  Das war zu begrüßen: Dem ärztlichen Vortrag von Dr. med. Peter Lüsebrink, Leiter der Medizinischen Klinik Hagen-Haspe, zu lauschen, spezielle Fragen beantwortet zu bekommen, ohne „Eintrittsgeld“ zahlen zu müssen. Ermöglicht hatte das das Evangelische Krankenhaus Haspe, kurz Mops genannt.

Im Saal des Gemeindezentrums an der Johanneskirche hatten sich viele Besucher eingefunden, und zu Recht waren wohl die anwesenden Voerder erfreut, als Dr. Lüsebink bemerkte, dass immer, wenn er nach Voerde käme, schönes Wetter sei.

Besucher suchten das Gespräch

Thema der Veranstaltung: „Wenn die Luft wegbleibt“. Peter Lüsebrink erläuterte moderne Behandlungsmöglichkeiten von chronischer Bronchitis und Asthma.

„Asthma und chronische Bronchitis sind weit verbreitete Volkskrankheiten“, so der Mediziner. „Beide Erkrankungen senken die Lebensqualität erheblich“. Beim Herzinfarkt treten oftmals keine Schmerzen auf, sondern es tritt Luftnot ein. „Auch Zucker kann Luftnot verursachen. Wenn der Zucker auf Fünfhundert ist, treten keine Schmerzen auf. Es tritt Luftnot ein.“ Auch bei Rippenbrüchen verspürt der Betroffene kaum Schmerzen, dagegen aber Luftnot. Chronische Bronchitis könne ebenso zu einer Luftnot führen.

In seinem Vortrag ging Lüsebrink auf allgemeine Grundsätze der Atmung ein und erläuterte für Laien verständlich den Aufbau der Atemorgane. Er gab auch konkrete Tipps. Wichtig sei die Bauchatmung. „In den Bauch einatmen, dass die Luft in die Lunge eindringen kann. Dann langsam ausatmen, der Mund sollte nur ein bisschen geöffnet sein.“

Dr. Lüsebrink erklärte den Unterschied zwischen Asthma, der chronischen Bronchitis, dem Lungenemphysem und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Der Großteil, nämlich 90 Prozent aller COPD-Patienten seien Raucher, ehemalige Raucher oder aber dem Passivrauchen ausgesetzte Menschen. Ob man 20 Zigaretten am Tag oder drei raucht, das mache keinen Unterschied. „Manche sagen: Ich rauche nur eine morgens, eine mittags... Das Rauchen muss ganz eingestellt werden, sonst schreitet die Krankheit voran. Konsequent sein. Alles oder nichts“, so der Arzt. Nach Monaten des Verzichts zeichne sich eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes ab. „Von daher lohnt sich das“, betonte der Mediziner.

Dr. Lüsebrink: „Wichtig ist eine individuell abgestimmte medikamentöse Therapie“. Hier gebe es neue Entwicklungen, die der Arzt beschrieb. Die Therapie sei umso erfolgreicher, je besser die Patienten über ihre Erkrankung und die Behandlung informiert sind. Dies gebe ihnen die Möglichkeit, die Therapie aktiv mit zu gestalten.

Neben Rauchverzicht spielen körperliche Aktivitäten eine wichtige Rolle. „Ich muss mich körperlich belasten, aber nicht überlasten.“ Die Möglichkeit der Sauerstoff-Langzeit-Therapie und der Heimbeatmung für schwer Erkrankte wurde ebenso erläutert wie der Hinweis auf verschiedene Inhalationsgeräte.

Dr. Lüsebrink empfahl den Patienten mit einer chronischen Bronchitis, sich vor Erkältung zu schützen, sich gerade im Herbst impfen zu lassen.

Nach dem Vortrag standen die Besucher Schlange, um Dr. Lüsebrink mit Fragen zu löchern.

 
 

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