Weichen gestellt für Umbau

So soll der Schwelmer Bahnhof nach dem Umbau einmal aussehen.
So soll der Schwelmer Bahnhof nach dem Umbau einmal aussehen.
Foto: Christina Makarona

Schwelm.. „13“ ist eigentlich keine Glückszahl – aber für den Schwelmer Bahnhof soll sie es werden. In 13 Monaten, – also im August des nächsten Jahres – soll das „Eingangstor zur Stadt“, wie der Bürgermeister das Gebäude nennt, in neuem Glanz mit altem Charme erstrahlen. Das teilten Jochen Stobbe, der Architekt Oliver Garthe als Investor und die Bahn gestern im Rathaus mit.

Pläne mussten
überarbeitet werden

Die bereits im September des vergangenen Jahres angekündigten Umbauarbeiten hätten sich verzögert, weil die Pläne noch einmal überarbeitet werden mussten. Ein geplanter Grundstückstausch mit einem Nachbarn war in der Zwischenzeit geplatzt. Deshalb seien neue Genehmigungsverfahren eingeleitet worden.

In der Zwischenzeit hat sich im Konzept auch einiges geändert. Insgesamt drei Millionen Euro sollen in den Bahnhof und den Vorplatz investiert werden. Garthe steuert dazu zwei Millionen Euro bei, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) 850 000 Euro und die Stadt Schwelm lässt sich ihr neue Schmuckstück 150 000 Euro kosten.

Fast kein Stein bleibt mehr auf dem anderen. Sogar der Bahnhofsvorplatz wird um 40 bis 50 Zentimeter angehoben, damit das ganze Objekt behindertengerecht wird und das Gebäude ohne eine Stufe als Hindernis betreten werden kann.

Vor dem Gebäude wird ein großzügiger Busbahnhof errichtet. Vier Gelenkbusse können dort gleichzeitig halten. Die Warteflächen werden komplett überdacht. Im Augenblick wird sogar noch überlegt, das Dach mit Solaranlagen zu versehen und als Energiequelle zu nutzen. Dies ist auf jedem Fall bei dem Hauptgebäude vorgesehen.

„Wir werden den Bahnhof vollständig entkernen“, erklärt Garthe. Die 5000 Reisenden, die dort an einem normalen Werktag abgefertig werden, sollen in eine großzügige Halle kommen. Dort werden sie einen Bäcker und einen Buch- und Pressehandel finden. Die Mieter dafür stehen bereits fest. Die Geschäfte sollen von vier Uhr in der Frühe bis 22 Uhr am Abend geöffnet sein.

In einem weiteren Bereich im Erdgeschoss wird die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) ein zentrales Kunden-Center mit drei Mitarbeitern einrichten, erklärte gestern der Vorstand des Unternehmens, Thomas Schulte. Daneben ist in Anbauten noch Platz zum Beispiel für eine Außengastronomie und einen Weinhandel.

In Zukunft wird der gesamte Bahnhof durchgängig drei Stockwerke haben und damit wesentlich imposanter in Erscheinung treten. Für die oberen beiden Geschosse sucht Garthe noch Mieter. Einige hat er aber bereits gefunden: „Ein Steuerberater wird dort einziehen und auch ein Arzt aus Schwelm hat bereits Interesse bekundet“, erklärt der Architekt. 45 Prozent der angebotenen Flächen seien bereits vermietet worden, ohne dass er für das Projekt geworben habe. Er würde sich freuen, wenn beim Rest vorwiegend heimische Anbieter von Dienstleistungen, wie etwa Ingenieurbüros, im Bahnhof zum Zuge kommen.

Und auch sonst wird sich rund um den Bahnhof einiges verändern. 30 neue Stellplätze und -boxen sollen hinzu kommen. Mit der AVU als Partner werden zwei Auflade-Stationen für Elektroautos realisiert. Auch Fahrräder mit Elektromotoren sollen dort neue Energie tanken können.

„Von einem Meilenstein in die Zukunft“ schwärmt Bürgermeister Stobbe. Die Bauarbeiten sollen bereits im September oder Oktober beginnen. Und warum hat sich der Wetteraner ausgerechnet den Schwelmer Bahnhof ausgesucht, um Millionen zu investieren? Sicherlich nicht, weil er früher einmal selbst neben einer Bahnlinie wohnte und deshalb ein dicker Riss in der Wand der Toilette war. „Er hatte sich auf den ersten Blick in die Rotbuche im Park vor dem Bahnhof verliebt“, verrät Bürgermeister Stobbe.

 
 

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