Was liegt, das liegt

Bei der Bürgermeisterwahl im September würden Gabriele Grollmann und ihre Unterstützer bei einem solchen Ergebnis wohl wochenlang durchfeiern: 98,7 Prozent der abgegebenen Stimmen vereinte sie in der Abstimmung der Mitglieder über ihre Kandidatur auf sich. Doch am Montagabend herrschten Erstaunen und Unglaube, als es hieß: Vom 34 CDU-Stimmen entfielen 33 auf „Ja“ und eine auf „Nein“.

Köpfe drehten sich, die Parteimitglieder musterten ihre Nebenleute. Wer marschiert da nicht im Gleichschritt? Wer hatte es gewagt, sich als einziger gegen die 77 anderen Abstimmer zu wenden?

Doch die Suche nach dem Heckenschützen hatte sich ganz flott von allein erledigt. Denn mit erhobenen Händen und in Demutshaltung verließ er aus freien Stücken seine Deckung, trat auf Gabriele Grollmann zu und entschuldigte sich in aller Form für sein negatives Votum. Bei all der Aufregung und im Eifer des Gefechts habe er das Kreuzchen an der falschen Stelle gemacht, das habe er nicht gewollt. Doch in der Demokratie ist es wie beim Kartenspiel: Was liegt, das liegt.

Ich wünsche daher allen die notwendige Gelassenheit, wenn sie am 13. September an die Wahlurnen treten. Andernfalls hätte Schwelm wohl das erste aus Versehen gewählte Stadtoberhaupt der Geschichte.

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