Votum lässt viel Raum für Diskussionen

Dieses Ergebnis ist für alle Opfer des Nationalsozialismus ein Schlag ins Gesicht. Natürlich ging Fritz Textor als erster Bürgermeister der Stadt in die Geschichte ein. Aber er war mehr als ein Mitläufer in der Nazi-Zeit und hat sich danach nie deutlich davon distanziert. Fehler passieren. Es nützt nichts, zu lamentieren, dass man im Vorfeld Textors Person hätte mehr beleuchten müssen. Zumal bekannt war, dass er NSDAP-Mitglied war. Das wird sich der Rat hoffentlich für die Zukunft merken. Doch für Aufklärung ist es nie zu spät, auch nicht dafür, Fehler einzugestehen und Entscheidungen zurückzunehmen. Das hätte Stärke bewiesen.


Das knappe Votum der Politik jedoch wirft ein schwaches Bild zurück. Es war falsch, dass nicht der Rat ein Gutachten in Auftrag gegeben hat. Damals fehlte die Mehrheit. Man hätte auch die Anwohner zu Wort kommen lassen müssen. Die Politik hätte mutiger sein müssen, auch wenn sie dadurch polarisiert. Doch dieses uneindeutige Abstimmungsergebnis lässt viel Raum für Diskussionen. Und die werden zurecht weitergehen, auch nach der Ratssitzung.

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