Von der Problemzone zum Schmuckstückchen

Hubertus Kramer lädt zu einem Spaziergang in den Bereichen Nirgena und Haufe ein. Hier hat sich der Stadtteil in den vergangenen Jahren enorm gewandelt.
Hubertus Kramer lädt zu einem Spaziergang in den Bereichen Nirgena und Haufe ein. Hier hat sich der Stadtteil in den vergangenen Jahren enorm gewandelt.
Foto: WP

Gevelsberg..  Gevelsberg feiert eigentlich mehr als nur die Umgestaltung einer wichtigen Verkehrsverbindung. Die Party zur Eröffnung der B7 am Sonntag, dem 27. April, ist der Abschluss der Neugestaltung eines Stadtteils. Vor 20 Jahren war der Nirgena und die Haufe eine Problemzone - inzwischen ist das Gebiet ein Schmuckstück.

Nirgena und die Haufe, das ist die Heimat von Hubertus Kramer. Hier lebt er, hier hat der Landtagsabgeordnete sein Büro. Als der Sozialdemokrat vor zwei Jahrzehnten in den Stadtrat gewählt wurde, da hat er die Probleme vor seiner Haustür beim Namen genannt: „Wir hatten die Container mit Asylbewerbern an der Sparkasse, das Wohnheim für osteuropäische Aussiedler an der Bahnhofstrabe, den Lärm vom alten Schmetterlingssaal, die Brachen der Firmen Niepmann und Wülfing.“

Bahnhof mit Chemie belastet

Damit nicht genug: „Der alte Haufer Bahnhof war mit Chemikalien belastet. Daneben lagerten 200 000 Reifen und ungezählte Schrottautos. Am Ennepebogen standen marode Fabrikhallen.“ Und trotzdem: „Die Menschen lebten gern hier.“ An die Zustände von damals können sich viele Menschen kaum noch erinnern. Einen Tag vor der großen Party für die Hagener Straße will Kramer die nicht eben gute, alte Zeit und auch die Anekdoten bei einem Rundgang mit Bürgern aufleben lassen. Kaum einer hat die Veränderungen so nah verfolgt, wie der Landtagsabgeordnete. Er war damals Vorsitzender des „Runden Tisches“ Nirgena und Haufe, sein Stellvertreter der Liberale Alfred Preußner. Da arbeiten zwei Politiker zusammen, die die Probleme kannten, weil sie dort zu Hause waren, wo es brannte. Preußner hatte seinen Friseursalon am Nirgena.

„Es war keine leichte Aufgabe, vor der wir standen. Es gab eigentlich keine städtischen Flächen in den Gebiet, auf denen wir sofort hätten handeln können. Alle Grundstücke gehörten den Privatleuten. Die Container an der Sparkasse waren mit Landesmitteln gebaut worden. Sie mussten so lange stehen bleiben, bis die Laufzeiten erreicht wurden.“

Kleine Fortschritte gefeiert

Damals hätten sich die Bürger über die kleinsten Schritte gefreut. Zum Beispiel als ein Schrotthändler einen Zaun als Sicht- und Lärmschutz errichtet und noch ein paar Bäume gepflanzt hat. Selbst als ein Imbisswagen, der den Stadtteil mit dem Duft von gegrillten Hähnchen einräucherte, das Weite suchen musste, wurde das schon als Fortschritt verbucht.

Den Durchbruch für die Zukunft des Stadtteils habe es am 18. Dezember 1997 gegeben. Damals beschloss der Stadtrat jedes Jahr 200 000 D-Mark für ein kommunales Förderungsprogramm für das Gebiet Nirgena/Haufe zur Verfügung zu stellen. „Das war damals eine Menge Geld“, sagt Kramer. Damit wurde zum Beispiel 2001 ein „Städtischer Rahmenplan“ von der Landesentwicklungsanstalt NRW finanziert.

Wenn Kramer heute durch die 51 Seiten des Abschlussberichtes blättert, dann findet er viele Ideen, die inzwischen verwirklicht wurden. So sollte das „Element Wasser als großes Potenzial für die Steigerung des Umfeldes in Nirgena wieder in die Mitte des Stadtteils“ gerückt werden. Genau das ist mit dem Ennepebogen geschehen. Auch der Umbau der B7 sollte „ein neues gestalterisches Gesicht“ gegeben werden. Wo einst 200 000 Reifen lagerten, blüht es heute. Wo früher Niepmann Verpackungsmaschinen fertigte, sind schmucke Reihenhäuser entstanden. Auch private Investoren haben ihren Beitrag geleistet, dass die Haufe und Nirgena wieder zu einem dynamischen Stadtteil geworden sind. Und dass alles auch ganz anders hätte kommen können, daran will Hubertus Kramer bei seinem Rundgang die Menschen erinnern.

 
 

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