Von Chancen und Gefahren technologischer Revolutionen

Jörg Heynkes (hinten) nennt Beispiele aus der Geschichte für technologische Revolutionen und blickt auf Innovationen, die vor dem Durchbruch stehen.
Jörg Heynkes (hinten) nennt Beispiele aus der Geschichte für technologische Revolutionen und blickt auf Innovationen, die vor dem Durchbruch stehen.
Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal..  Mehrgeschossige Häuser aus dem 3-D-Drucker, künstliche Intelligenz im Büro, das Elektroauto – all das wird sich nach Meinung von Jörg Heynkes in den kommenden 260 Wochen auf dem Gebiet des technologischen Fortschritts etablieren. Der Wuppertaler Aktivist, Innovator und Unternehmer war zu Gast beim Unternehmerfrühstück, zu dem Bürgermeisterin Imke Heymann in die Firma BIW Isolierstoffe GmbH eingeladen hatte.

Etwa 35 Ennepetaler Unternehmer waren der Einladung gefolgt. Heynkes, der im Sommer schon zu Gast beim E-Day von Bündnis 90/Die Grünen war, nahm sie in seinem Impulsreferat zunächst mit in die Vergangenheit. Er stellte dar, dass Entwicklungen wie das Automobil Gottlieb Daimler sogar vom Entwickler selbst in ihrer Tragweite falsch eingeschätzt wurden. Mehr als 5000 Stück könne man nicht verkaufen, es gebe ja nicht genug Chauffeure, habe Daimler gemeint. „Die meisten Menschen sind nicht in der Lage eine Revolution zu erkennen, während sie passiert“, sagte Heynkes und gab zugleich Beispiele, welche Folgen Fehleinschätzungen der technologischen Entwicklung für Unternehmen haben könnten. So habe Nokia das „iPhone“ viel zu spät als Bedrohung des eigenen Geschäfts erkannt.

Stoffels wirbt für Standortsicherung

Heynkes stellte eine Reihe von Entwicklungen vor, die seiner Einschätzung nach kurz vor dem „Tipping Point“, dem Punkt, an dem die Kosten geringer und der Nutzen größer als bei bestehenden Technologien, stünden. Das Elektroauto erreiche diesen Punkt in 100 Wochen, da die Reichweite und die Modellvielfalt immer größer, und die Kosten geringer würden. Auch der 3-D-Druck entwickle sich sehr schnell. In zwei Jahren könnten sich Frauen ihre Schuhe zu Hause selbst ausdrucken, in zehn Jahren wolle Airbus gar 50 Prozent der Flugzeuge im 3-D-Druck-Verfahren herstellen. Auch erste Häuser würden schon auf diese Weise schichtweise gebaut, und das schnell und kostengünstig.

„Das wird die Wertschöpfungsketten dramatisch verändern“, erklärte Jörg Heynkes. Zudem sei es eine riesige Chance für neue Gerechtigkeit, Resourceneffizienz und nachhaltiges Wirtschaften. Lebhaft diskutierten die Gäste mit dem Referenten, der mit dem Roboter „Pepper“ einen charmanten Begleiter mitgebracht hatte, über dessen Thesen.

Gastgeber Ralf Stoffels, Inhaber der Firma BIW und außerdem Präsident der SIHK, nutzte den Rahmen des Unternehmerfrühstücks, um für die Standortsicherungsgesellschaft zu werben. „Wir halten an der Idee fest, der Stadt mit Spenden weiterzuhelfen, um den Standort Ennepetal attraktiv zu halten.“

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