Viel Arbeit für Ehrenamtliche im Stadtarchiv Schwelm

In vier Jahren soll das Stadtarchiv wieder arbeitsfähig sein. Für die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises „Stadtarchiv 2020“ und weitere interessierte Bürger, die mitanpacken möchten, steht die Archivtür im Haus Martfeld jederzeit offen.
In vier Jahren soll das Stadtarchiv wieder arbeitsfähig sein. Für die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises „Stadtarchiv 2020“ und weitere interessierte Bürger, die mitanpacken möchten, steht die Archivtür im Haus Martfeld jederzeit offen.
Foto: Bernd Richter
  • Auftakt für den Arbeitskreis „Stadtarchiv 2020“
  • Archiv war jahrelang ungeliebtes Kind von Politik und Verwaltung
  • Erste freiwillige Helfer haben sich bereits gemeldet

Schwelm..  Gelungener Auftakt für den Arbeitskreis „Stadtarchiv 2020“. Zur ersten Sitzung im Haus Martfeld blieb am Mittwoch kaum ein Platz unbesetzt. Die Statements von Bürgermeisterin Gabriele Grollmann, Fachbereichsleiter Andreas Tolksdorf und Museumschefin Cornelia Hackler machten aber auch überdeutlich, dass vor Ehrenamtlichen und Stadt-Mitarbeitern arbeitsreiche vier Jahre liegen.

Archivarbeit fand nicht statt

Das Stadtarchiv war in Schwelm jahrelang ein ungeliebtes Kind von Politik und Verwaltung. Trotz gesetzlicher Vorgaben fand Archivarbeit praktisch nicht statt. Eine Sisyphusarbeit wartet auf alle Beteiligten, bis die am Mittwoch noch einmal genannten Ziele erreicht sind. Drei Teams sollen gebildet werden: Bau und Transport; Sortierung und Katalogisierung; Historische Bibliothek. Die ersten Helfer haben sich bereits in von der Verwaltung vorbereitete Listen eingetragen.

Doch bevor die eigentliche Arbeit beginnt, soll ein Workshop vorgeschaltet werden, mit dem die Interessenten fit gemacht werden sollen für ihre Aufgabe. Inhalte sollen auch Themen wie Datenschutz und Versicherung sein. Ein Termin steht noch nicht fest, weitere interessierte Bürger, die beim Auftakt im Museum Martfeld nicht dabei gewesen sind und die sich dem Arbeitskreis noch anschließen möchten, sind natürlich willkommen.

Die Ziele für das Jahr 2020 sind klar definiert: Herstellung einer abschließend rechtskonformen Archivsituation; Dauerhafte Sicherung des kompletten Archivmaterials;
Zentralisierung des Archivgutes an möglichst einem geeigneten Standort;
Ausreichend und geeigneter Raum (vorhandener Bestand und auch laufende Zuwächse durch die Verwaltung); Installation eines zuverlässigen Prozesses zur Archivierung von Verwaltungsakten;
Aufbereitung/Schaffung von Findmitteln zu den einzelnen Archivalien; Langzeitarchivierung; Verbesserung der Zugänglichkeit des Archivs für Historiker und Bürger.

Auftakt zu etwas Neuem

In ihrem Grußwort erinnerte die Bürgermeisterin noch einmal an die Ausgangssituation. Das Archiv sei in einer „desolaten Lage“ gewesen. „Es war eine Katastrophe.“ Bei der von privater Hand gestarteten „Rettungsaktion“ für bestimmte Archivalien seien unbeabsichtigt Grenzen überschritten worden. Zum Glück sei aber nichts verloren gegangen. „Alle Akten sind wieder da.“

Nun stünde man zu Beginn eines Lösungsweges. „Es ist der Auftakt zu etwas, was es so noch nie gegeben hat“, stellte die Bürgermeisterin fest. Der neue Fachbereichsleiter 7 (Schule/Kultur/Sport), Andreas Tolksdorf, sprach von einer Aufgabe, die er anfangs unterschätzt hätte. Den Ehrenamtlichen versprach der Verwaltungs-Mitarbeiter: „Wir lassen Sie an keiner Stelle allein. Wir sind jederzeit für Rückfragen da.“ Und Bürgermeisterin Gabriele Grollmann beschönigte gegen Ende der Auftaktveranstaltung nichts: „Wir brauchen ihre Man- bzw. Woman-Power.“

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