Vereinsjugend soll früh integriert werden

Bei dem Grundschulturnier, organisiert durch den TG Voerde, gehen auch die Mädchenmannschaften mit Spaß und Ehrgeiz in die Spiele. Darüber hinau
Bei dem Grundschulturnier, organisiert durch den TG Voerde, gehen auch die Mädchenmannschaften mit Spaß und Ehrgeiz in die Spiele. Darüber hinau
Foto: Archiv

Ennepetal..  Martin Lüke – Leiter der Basketballabteilung der TG Voerde – spricht im Interview mit dieser Redaktion über die Nachwuchsarbeit, die Schwierigkeiten mit den großen Vereinen in der Umgebung, über die Probleme, Mädchen für den Sport zu begeistern und über die Ziele, die der Verein in den kommenden Jahren noch erreichen möchte.
Frage:
In der vergangenen Saison spielte die männliche U18 in der Regionalliga, in diesem Jahr scheiterte das Team in der Qualifikation. Wie zufrieden sind Sie mit der Qualität ihrer Jugendmannschaften?

Martin Lüke: Ich bin mit der Qualität unserer Jugendmannschaften durchaus zufrieden. Nur leider sind in der U18 während der Qualifikation drei wichtige Spieler ausgefallen und wir waren mit acht bis neun Spieler sehr knapp besetzt. In der U16 sind wir derzeit sehr gut aufgestellt und haben insgesamt 18 Jugendliche im Kader. In der U14 sind es momentan nur acht Spieler. Im Jahrgang darunter sieht es wiederum besser aus und wir haben zwei gut aufgestellte Mannschaften. Eine wird in der Regionalliga, die andere in der Kreisliga antreten.


W ie schwer ist es, die Top-Talente in den eigenen Reihen zu halten, wenn sich in nächster Nähe Klubs wie der RE Schwelm und Phoenix Hagen befinden, die eine große Strahlkraft besitzen?
Einfach ist das bestimmt nicht. Und wir müssen auch relativ regelmäßig Abgänge in Richtung Schwelm oder Hagen verkraften. Damit müssen wir aber rechnen. Die Vereine haben für die ProB und die Bundesliga ihre Zugpferde, mit denen wir natürlich nicht mithalten können. Daher versuchen wir, unsere Jugendlichen mit anderen Mitteln von unserem Verein zu überzeugen. Beispielsweise werden die Spieler schon früh in den Seniorenmannschaften eingesetzt, um sich schon mal an das Niveau zu gewöhnen, das dort gespielt wird. Darüber hinaus bieten wir zusätzlich zu den normalen Einheiten noch Individualtraining an und legen viel Wert auf verschiedene außersportliche Aktivitäten. Dazu gehören unter anderem auch die Mannschaftsfahrten. In den Vereinen, die größer und auch leistungsorientierteren sind, liegt der Fokus dagegen eher auf dem sportlichen Erfolg.


Wie viele Spieler, die aus der eigenen Jugend stammen, schafften in den vergangenen Jahren den Sprung in die Herrenmannschaften? Welchen jungen Spielern trauen Sie zu, sich in der 1. Mannschaft zu etablieren?

Wir haben einige Spieler, die in der vergangenen Saison noch zur U18 gehörten, aber bereits in der ersten Mannschaft trainiert und gespielt haben. Die zweite Mannschaft bestand zu großen Teilen aus eigenen Jugendspielern im Alter von 15 bis 19 Jahren. Wir sind also sehr bemüht, die Jugendlichen bereits ab der U16 auch in unsere beiden Herrenteams zu integrieren und werden diesen Weg auch in Zukunft konsequent weitergehen.


Sie haben zudem zwei Damenmannschaften, die eine spielt in der Landes-, die andere in der Bezirksliga. In der Jugend gibt es dagegen keine weiblichen Teams. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Diese Aufgabe erweist sich aktuell als sehr schwierig. Wir sind da bemüht und suchen auf unserer Internetseite schon seit längerer Zeit nach weiblichem Nachwuchs, bisher allerdings ohne großen Erfolg. Und wir versuchen auch weiterhin, mit Arbeitsgemeinschaften an den Ennepetaler Grundschule die Kinder für unseren Sport zu begeistern. Im weiblichen Bereich scheint das Interesse aber leider nicht besonders groß zu sein. Da einige Spielerinnen in der 1. Damenmannschaft noch sehr jung sind, haben wir zwar für die nächsten Jahre eine gewisse Planungssicherheit, sind aber nach wie vor bestrebt, auch im Jugendbereich wieder weibliche Teams aufzubauen. Wir haben zwar in den offenen Klassen ein paar Spielerinnen, doch für ein eigenständiges Team reicht es aktuell aber leider nicht. Dies ist ein Problem, das wir angehen werden.


Wie sieht Ihre Prognose für die nächsten Jahre aus? Welche Ziele verfolgt die TG Voerde?

Grundsätzlich ist es das Ziel, mit unserer ersten Herrenmannschaft in die Landesliga aufzusteigen. Aufgrund der guten Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahren sind wir überzeugt davon, diesen Anspruch in nächster Zeit realisieren zu können. Mit der zweiten Mannschaft wollen wir in die Bezirksliga aufsteigen. Im Jugendbereich versuchen wir, uns mit möglichst vielen Mannschaften für die Regionalliga zu qualifizieren, um unsere jungen Talente auf hohem Niveau ausbilden zu können und so den Grundstein für spätere Erfolge im Seniorenbereich zu legen. Da unsere U18 in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga antreten wird, werden wir dies nutzen und den Spielern vermehrt Spielpraxis in den beiden Herrenteams geben. Unsere erste Damenmannschaft hat sich nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr in der Landesliga halten können und soll sich dort künftig etablieren, ähnlich wie die Reserve in der Bezirksliga. Der Fokus liegt aber auf einer weiterhin erfolgreichen Jugendarbeit.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel