Urlaub im Wohnmobil am Ennepebogen

Urlaub am Ennepebogen in Gevelsberg machen Christa und Otto Gassen mit ihrem Wohnmobil.
Urlaub am Ennepebogen in Gevelsberg machen Christa und Otto Gassen mit ihrem Wohnmobil.
Foto: WP

Gevelsberg.  Früher haben Christa und Otto Gassen Urlaub an der Mosel gemacht, heute an der Ennepe. Das Ehepaar hat mit seinem Wohnmobil Station auf einem der vier speziell für mobile Übernachtungsgäste eingerichteten Stellplätze am Park am Ennepebogen gemacht. Das Fahrzeug ist bereits an der Stromversorgung angeschlossen. Otto Gassen ist grade damit beschäftigt, die Satellitenantenne für den Fernsehempfang auf dem Dach anzubringen, Ehefrau Christa hat dabei die Kontrolle übernommen.

Nicht allein auf Mini-Campingplatz

Sie sind nicht allein auf dem Mini-Campingplatz. Neben ihnen steht ein Wohnmobil mit Kennzeichen aus Belgien, daneben wiederum ein Fahrzeug aus dem Kreis Wesel. Viele, die gedacht haben, es sei eine Schnapsidee der Stadt, an dem Parkplatz am Ennepebogen ein solches Angebot zu machen, müssen sich eines Besseren belehren lassen. Immerhin: Eine Auslastung von 75 Prozent an diesem Tag.

Nun, Christa und Otto Gassen sind keine normalen Urlauber. Das Ehepaar hat 32 Jahre lang an der Schützenstraße gewohnt. Mit ihrem Wohnmobil sind die beiden dann immer an die Mosel gefahren und bei einem Winzer in dem kleinen Örtchen Ellenz unterkommen. „Dann ist der Vater unseres Gastgebers gestorben und ein Teil des Hauses stand leer. Er hat uns dann gefragt, ob wir uns nicht vorstellen könnten, ganz an die Mosel zu ziehen“, erzählt Otto Gassen. Vor zwei Jahren ist das Ehepaar quasi „ausgewandert“. Zurückgelassen hat es zwei erwachsene Söhne, die sie nun besuchen kommen. „Früher haben wir dann unser Wohnmobil in Oelkinghausen in Ennepetal abgestellt und haben unseren Motorroller mitgenommen, um nach Gevelsberg zu kommen“, sagt der 73-Jährige. Schön sei es jetzt hier auf dem City-Campingplatz, meint er und seine vier Jahre jüngere Ehefrau stimmt ihm zu. Den Abfall, den Unverbesserliche in die Blumenbeete hinter ihrem Wohnmobil geworfen haben, übersehen die beiden Gäste großzügig: „Das gibt es überall.“

Sonntag geht es zurück

Die zwei Jahre, die sie nicht mehr in Gevelsberg leben, ist eigentlich für den Menschen ein kurze Zeit und doch müssen sie einsehen: „Es hat sich hier eine Menge getan, seit wir an die Mosel gezogen sind. Als das Ehepaar die Koffer gepackt hat, bestimmten noch die Bagger am Ennepebogen das Bild. Heute sind die beiden Ex-Gevelsberger vom Ergebnis der Arbeiten überzeugt: „Das kann sich sehen lassen.“ Einen Kaffee hätten sie schon an der Hagener Straße getrunken. Das sei früher dort auch nicht so einfach möglich gewesen. Die B7 habe sich herausgeputzt.

Bis Sonntag wollen die beiden noch bleiben. Dann geht es zurück in die neue Heimat, die Mosel. So langsam beginnen dort die Vorbereitungen für die diesjährige Weinlese. Und dabei hilft Otto Gassen dem Winzer, bei dem er mit seiner Frau Christa lebt, gern ein wenig.

Die vier Einstellmöglichkeiten für Wohnmobile sind bereits mit der Einweihung des Parks am Ennepebogen in Betrieb genommen worden. Damals fehlten allerdings die Schilder, die darauf hinweisen, dass hier nur die fahrenden Hotelzimmer abgestellt werden dürfen. „Die Parkplätze waren oft von ganz normalen Autofahrern belegt worden.“ Das hat sich vor Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen geändert, als die Schilder nachgeliefert wurden.

Zehn Euro in Automaten

Wie viel Camper das Angebot inzwischen genutzt haben, kann Lorch nicht sagen: „Wir fahren nicht jeden Tag vorbei.“ Die Technischen Betriebe hätten erst kürzlich zum ersten Mal die Automaten für die Stromversorgung geleert, weil der Hersteller die Mitarbeiter in die Handhabung unterwiesen hätte. „Da waren zehn Euro drin, danach müssten es 20 Camper gewesen sein. Aber nicht jeder wird die Stromversorgung nutzen.“ Auch Kleingeld nutzt dem Stadtsäckel...

 
 

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