Thomas Weber auch in Rio als Olympiapfarrer

Katrin Pawlick vom Vorstand der Kulturgemeinde dankt dem Olympiapfarrer Thomas Weber.
Katrin Pawlick vom Vorstand der Kulturgemeinde dankt dem Olympiapfarrer Thomas Weber.
Foto: WP

Ennepetal..  „Der erste wollte nicht, der zweite konnte nicht, der dritte hatte besondere Aufgaben zu erledigen, auch der vierte, fünfte und sechste Vorständler begründeten ihre Absage. So war ich als siebter gefragt – und schon war ich Olympiapfarrer. Das war im Jahre 2006 vor den Olympischen Spielen in Turin. Und das abstimmende Gremium nennt sich „Arbeitskreis Sport und Kirche“ in der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Der Gevelsberger Gemeindepfarrer

Thomas Weber erzählte rund 90 Minuten lang - immer spannend und informativ - vor der Kulturgemeinde Ennepetal in der gut besuchten Aula des Reichenbach-Gymnasiums über seine Arbeit bei den Spielen in Turin, Peking, Vancouver, London und Sotschi. Als der Beifall verklungen war und Katrin Pawlick vom Vorstand der Kulturgemeinde dem Pfarrer dankte und ihm einen finanziellen Zuschuss für die Gemeindejugendarbeit in Gevelsberg überreichte, da plauderte Thomas Weber: „Ich bin in den Sommerferien zwei Wochen mit den Jugendlichen aus Gevelsberg in Frankreich und dann mit hoher Wahrscheinlichkeit in Rio.“

Seit 2006 dabei

Da war es heraus, dass Thomas Weber wieder einmal als evangelischer Pfarrer bei den Olympischen Spielen als Seelsorger dabei sein wird: bei den Sommerspielen vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro (Brasilien). Und es gab noch einmal Beifall für den Mann aus Gevelsberg.

Die Kulturgemeinde-Besucher hatten ihn zuvor auf Fotos gesehen, unter den olympischen Ringen, mit jubelnden Gewinnern, auch mit entsetzt aussehenden Verlierern, mit Menschen aus aller Welt. Verlierer? Da setzte der Pfarrer kritisch ein: „Es kann nicht sein, wenn Wettkampfzweite in einigen Medien schon als Verlierer bezeichnet werden!“ Thoma Weber ist sich durchaus bewusst, dass Staaten Medaillen sehen wollen. „Dann müssen die jungen Menschen auch gefördert werden. Da reichen die 135 Millionen Euro der Bundesregierung nicht“, ist sich Weber sicher. Da gebe es junge Frauen und Männer, Helden und Pechvögel, die sich zwölf Jahre auf die Spiele vorbereiten, alles opfern, um 14 Tage dabei zu sein.

Der Pfarrer kennt sie, freut sich mit ihnen und tröstet sie, ist Ansprechpartner, auch fernab vom Sport. Thomas Weber ist sich sicher: „Olympischer Ruhm vergeht. Ich rate allen Aktiven, einen Beruf zu erlernen oder zu studieren.“ Der Pfarrer betrachtet auch kritisch die großen Eingriffe in die Natur durch Bauten für die Spiele. Er sagte aber auch: „Wir dürfen da nicht vorschnell den Zeigefinger erheben. Schauen Sie sich mal die deutschen Skigebiete im Sommer an.“

Webers Fazit: „Die Spiele sind Höhepunkte im Leben eines Sportlers.“ Und zur kürzlichen Ablehnung der Sommerspiele in Hamburg sagte Thomas Weber: „Das hat auch Auswirkungen auf die Vereine in Schwelm, Ennepetal und Gevelsberg, genauso wie der Ganztagsunterricht.“

Da war Thomas Weber wieder der Gemeindepfarrer, als er ergänzte: „ „Auch die kirchliche Jugendarbeit ist vom Ganztagsunterricht an den Schulen betroffen.“

 
 

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