Suchtproblematik auch Thema bei Menschen mit Behinderung

Gevelsberg.  Haben Menschen mit geistiger Behinderung die gleichen Probleme mit Drogen wie vermeintlich gesunde? Dieser Frage ging der AWo Unterbezirk Ennepe-Ruhr nach und kam zu einem überraschenden Ergebnis. „Beim Konsum und auch bei der Art der Drogen gibt es keine Unterschiede“, erklärt Esther Berg, die Bereichsleiterin Soziale Dienstleistungen. Diese und andere Ergebnisse einer entsprechenden Befragung der AWo wurden gestern im Ratssaal der Stadt Gevelsberg präsentiert.

Obwohl die AWo seit über 40 Jahren eine Suchtberatung und auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in der Stadt vorhalte, hätten die beiden Bereiche bisher kaum Berührungspunkte gehabt, erklärt Jochen Winter, der Geschäftsführer der AWo Ennepe-Ruhr. Das werde sich aber nun ändern, da die Suchtproblematik auch in stationären Einrichtungen, betreuten Wohngruppen und in Werkstätten vorhanden sei.

„Ich hätte nicht gedacht, dass behinderte Menschen, die dazu noch in einer stationären Einrichtung leben, an illegale Drogen kommen“, sagt Esther Berg. Doch das sei anscheinend der Fall. Zumindest sei das bei der Befragung von circa 80 Menschen mit geistigen Behinderungen vornehmlich im Ennepe-Ruhr-Kreis herausgekommen. Interviews, die in den vergangenen Monaten geführt wurden, hätten dies deutlich gemacht. Ganz vorne seien aber, wie auch bei Menschen ohne Behinderungen, der Konsum von Alkohol und Zigaretten.

Zum Abschluss des Projektes wurden gestern weitere Interviews mit Betroffenen geführt. Diese Ergebnisse sollen nun genutzt werden, um bedarfsorientierte Hilfeangebote für Menschen mit geistiger Behinderung vor Ort zu entwickeln, die ein Suchtproblem haben.

 
 

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