Stramme Waden und tolle Eindrücke

Ankunft an der Heilenbecke Talsperre: Diese Läufer machten sich auf die ganz lange Runde.
Ankunft an der Heilenbecke Talsperre: Diese Läufer machten sich auf die ganz lange Runde.
Foto: WP

Ennepetal.  Was gewinnt man? Stramme Waden und tolle Eindrücke. Flach oder bergig: Je nach Kondition konnte man Strecken zwischen etwa 11, 22, 33, 44 und 56 Kilometern beim 7. EN-Bürgermeister-Lauf- und Wandertag wählen.

Dabei war der Bürgermeister in diesem Jahr urlaubsbedingt nicht mit von der Partie, stattdessen Bürgermeisterstellvertreter Jens Knüppel. „Der Bürgermeister ist Namensgeber der Veranstaltung, es fluppte aber auch so“, sagte Mitorganisator Olaf Stutzenberger augenzwinkernd, als die Läufer am Ziel, der Heilenbecker Talsperre, eintrafen. Der Hagener Läufer Marco Losch – „mein Herz schlägt für Ennepetal“ – bewältigte als Schnellster in sechseinhalb Stunden die 56 Kilometer.

Sportliche Gemeinsamkeit

Einerseits hieß es für Mitwanderer Fritz Förster, der die Nordic-Walking-Gruppe führte und der am Vortag ordentlich bei den Grillwürstchen seiner VdK-Mitglieder zugeschlagen hatte, die Kalorien wieder abzutrainieren, andererseits hätte er sich gewünscht, den Sonnenaufgang ab Beyenburg, von dem ihm vorgeschwärmt wurde, mitzuerleben. Jost Störring: „Das war uns dieses Jahr nicht vergönnt.“ Der leidenschaftliche Wanderer Joachim Merten vom TV Rüggeberg hatte die Wanderschuhe geschnürt und stieg als „Warm up“ ab Meier am Külchen mit seiner Truppe ein, um ab Bahnhof bei der anstrengenderen dritten Etappe bis Hasperbach die Beine fliegen zu lassen.

Die Teilnehmer des Bürgermeisterwandertages erlebten auf vielen Kilometern sportliche Gemeinsamkeit, wie das „Wanderherz Jost Störring“ betonte. Der Mitorganisator, Wanderführer und Helfer, zum 7. Mal dabei, war der „Besen-Mann“, der als Letzter ging. Er warf ein wachsames Auge darauf, dass niemand vom Wege abkam.

Auch dieses Jahr waren etliche Wanderer früher unterwegs, als der Wecker bei manchen Vogelfamilien klingelt. Wie die Wandergruppe um Jost Störring, die Punkt 6 Uhr an der Heilenbecke startete. „Für mich war um 3.30 Uhr die Nacht rum“, so Störring.

280 Teilnehmer wurden insgesamt verzeichnet. „Damit gehörte diese Veranstaltung zu der mit der größten Teilnehmerzahl“, freute sich das gesamte Organisationsteam. Die 56 Kilometer wurden erlaufen, „erwalkt“, erwandert. Zentraler Veranstaltungsort war das Bremenstadion. Von dort schwärmte man aus in die Natur. Die Aktiven wurden zum jeweiligen Startpunkt der Teilstrecke befördert oder von dort wieder zurück zum Stadion gebracht. Zu den Stationen neben Heilenbecke Talsperre und Bahnhof Ennepetal gehörten noch Meier am Külchen, Hasperbach am Ahlberg und Peddenöde, wo auch Rast eingelegt werden konnte. Die einzelnen Wanderungen wurden von Ortskundigen begleitet.

Viele Ehrenamtliche im Einsatz

Hildegard Frede, zum 4. Mal dabei mit ihren RW Büttenberg-Freunden: „Eine wunderbare Sache, und wir haben uns gesagt: Egal welches Wetter, wir latschen mit.“ Jan und Monika Uebing wanderten 22 Kilometer von Meier am Külchen bis zum Ahlberg. „Es hat Spaß gegeben. Wir haben uns fit gemacht für die Apfelernte.“ Christine Janca, die normalerweise etwas Sorge hat, einem Wildschwein im Wald zu begegnen, fühlte sich in der Wandergruppe gut aufgehoben.

Zahlreiche Ehrenamtliche begleiteten während des Wandertages die Sportlichen auf ihren Etappen und versorgten sie an den Stationen mit frischem Obst, Müsli und Getränken. „Dieses Jahr fehlten allerdings aus Urlaubsgründen Helfer, so dass die Arbeit auf wenigen Schultern verteilt war“, bemerkte Störring. Im Einsatz war auch das DRK.

Dem Regen am Nachmittag getrotzt

Zum 7. Mal dabei waren die lustigen „Williams-Brüder“, die die komplette Strecke bewältigten. Warum Williams-Brüder? „Weil wir uns nach einer gewissen Strecke ein Schlückchen Williams-Christ genehmigen“, lacht Willi Schauer, Schwimmmeister im „Platsch“. „Und am Bahnhof gibt es erst mal eine ordentliche Brotzeit, die ich für uns im Auto deponiert habe“, verriet der gebürtige Bayer. „Fleischwurst, hart gekochte Eier, Bauernbrot.“

Jost Störring: „Wir haben beste Kritiken bekommen, die Gesamtorganisation wurde gelobt.“ Läufer und Walker haben die Veranstaltung trockenen Fußes überstanden, weil diese das Pensum schneller absolvierten und somit früher wieder am Bremenplatz waren. „Die Wanderer sind ab 16.30 Uhr nass geworden, haben aber alle durchgehalten“, freute sich Störring. „Der 14-jährige Synes Kelch hat erstmals die komplette Umrundung mit 56 Kilometern geschafft und wurde gleichzeitig als Besenmann der Zukunft geschult.“

 
 

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