Starkes Interesse an Integration

Fachtagung Integration und Bildung im Haus Ennepetal Foto: Volker Speckenwirth, 21.01.2011
Fachtagung Integration und Bildung im Haus Ennepetal Foto: Volker Speckenwirth, 21.01.2011
Foto: Volker Speckenwirth (WR)

Ennepetal..  Am Rednerpult im Foyer des Hauses Ennepetal stand ein sichtlich erleichterter Bürgermeister. „Wir kriegen das hin!“ rief Wilhelm Wiggenhagen den Teilnehmern der Integrationsfachtagung zu.

Er meinte damit, die Ergebnisse der Workshops in Angriff nehmen zu können, das heißt, Menschen mit Migrationshintergrund das Leben in der Stadt leichter zu machen. „Ich bin ganz zuversichtlich“, so Wilhelm Wiggenhagen.

„Es gibt ja in unserer Stadt Leute, die schon eine ganze Menge getan haben und tun.“ Namentlich nannte der Bürgermeister die Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit. Bereits in seinen Begrüßungsworten am Morgen zu Beginn der mehrstündigen Tagung hatte Wiggenhagen die Arbeit der Caritas, der Diakonie und der Arbeiterwohlfahrt gewürdigt.

Obwohl harte Diskussionen anstanden, wurde die Fachtagung mit recht heiteren und herzlichen Begegnungen eröffnet.

260 Menschen drängten sich im Foyer des Hauses Ennepetal, als traditionelle Musik aus dem Iran von Gholamreza Ghaedi Bardeh erklang. Der junge Mann zitierte den Bumerang-Vers von Ringelnatz und brach somit das Eis. Mädchen und Jungen aus dem Städtischen Kindergarten Fliednerhaus in Milspe sangen „Schön, dass ihr hier seit und nicht woanderswo.“ Nein, mit dieser hohen Besucherzahl hatte keiner gerechnet.

80 Nationen

Übrigens: 68 Prozent der Kinder aus dem Kindergarten Fliednerhaus haben einen Migrationshintergrund, das heißt, mindestens ein Elternteil stammt familiär aus anderen Ländern. „Das ist nicht schlimm, das ist schön,“ hieß es.

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen ließ schon am Morgen Zahlen sprechen: Zehn Prozent der Bevölkerung der Stadt, das sind etwa 3000 Menschen haben einen Migrationshintergrund (jeder 7. Ennepetaler).

Im Jahre 2030 habe jeder dritte Ennepetaler eine Zuwanderergeschichte. „In Ennepetal leben Menschen aus 80 Nationen.“

Wiggenhagen bedauerte, dass nur fünf Prozent der Schüler am Gymnasium einen Zuwanderungshintergrund haben. „Das ist nicht gerecht,“ so Wiggenhagen und war somit schon mitten in einem Thema.

Der Bürgermeister nannte die Integration auch eine „Sache des Herzens“. In seiner Begrüßungsrede gab Wiggenhagen bekannt, dass Michael Schmidt der Integrationsbeauftragte der Stadt sein wird. Schmidt ist der stellvertretende Fachbereichsleiter für Jugend und Soziales im Rathaus.

In der maßgeblich von der Volkshochschule und der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit organisierten Tagung nahmen in der Fachwelt bekannte Persönlichkeiten teil, so Prof. Deinet von der Fachhochschule Düsseldorf, Jürgen Lemmer von der Stadt Wuppertal und Ulrich Brakemeier von der Stadt Hilden. Die Politik aus Ennepetal wurden vertreten von den stellvertretenden Bürgermeisterinnen Anita Schöneberg, Sabine Hofmann und Dr. Hella Siekermann, vom Vorsitzenden des Sozial- und Generationenausschusses, Bernd Decker (CDU) und vom Vorsitzenden des Betriebsausschusses, Peter Schnurbusch (SPD). SPD-Stadtrat Giuseppe Bianco – er ist auch Vorsitzender des Sportausschusses der Stadt – ist schon seit Jahren in der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit tätig.

Die Stadtverwaltung war personell stark vertreten, u. a. durch den Fachbereichsleiter für Jugend und Soziales, Georg Heller.

Mit Kultur begann die Tagung, mit Kultur endete sie: mit Tempeltänzen der tamilischen Gruppe des Unterstützungsvereins Ennepetal.

 
 

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