Stadtverwaltung sucht nach neuem Quartier für Flüchtlinge

Die Häuser Wittener Straße 30 und 32 wurden zuletzt für Flüchtlinge hergerichtet.
Die Häuser Wittener Straße 30 und 32 wurden zuletzt für Flüchtlinge hergerichtet.
Foto: WP

Gevelsberg.  Wegen der steigenden Zahl von Flüchtlinge sucht die Stadt Gevelsberg nach neuen Unterkünften. „Auch wenn es unser Ziel ist und bleibt, die Menschen, die zu uns kommen so schnell wie möglich in Privatwohnungen zu vermitteln, fehlen Unterbringungsmöglichkeiten für die Sofortaufnahme“, so der zuständige Bereichsleiter Michael Pfleging vor dem Ausschuss für Senioren, Gesundheit und Soziales.

Mit Stand März dieses Jahres lebten 185 Flüchtlinge in Gevelsberg, 139 davon in Heimen. Die städtischen Unterkünfte sind die Häuser Am Westbahnhof 2, Gartenstraße 50 und 52 und Rosendahler Straße 13. Die Häuser Wittener Straße 30 und 32 wurden im Herbst des vergangenen Jahres wieder bewohnbar gemacht und zur Jahreswende von Familien bezogen.

Nicht bei allen Flüchtlingen, die nach Gevelsberg kommen sei damit zu rechnen, dass sie so lange bleiben, dass es sich lohnt, eine eigene Wohnung für sie zu suchen. „Da sind zum Beispiel die Kosovo-Albaner, die keine Chance auf Anerkennung haben und nach wenigen Wochen wieder abgeschoben werden“, so Pfleging.

Mangelnde Hygiene

Karl-Heinz Tillert von den Linken bemängelte die hygienischen Bedingungen, die er bei einem Besuch in den Flüchtlingsunterkünften vorgefunden habe. „Die Stadt hat die Reinigungsintervalle schon verkürzt. Wir müssen aber auch sehen, dass die Menschen, die dort einziehen, aus anderen Kulturkreisen kommen, in denen auch andere Ansprüche an die Hygiene gestellt werden“, so Pfleging. Das Problem sei durchaus bekannt. Die Stadt könnte die Bewohner aber auch nicht komplett aus der Verantwortung für ihre Wohnräume entlassen.

Anschließend stellte Jasmin Beer die Arbeit des Büros für Vielfalt und Zukunftschancen im Gevelsberger Rathaus vor. Zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich dort nicht nur um die Einbindung von Menschen mit Wurzeln im Ausland, sondern auch um die von Behinderten. Inzwischen, so Beer, würden 13 freiwillige Paten ausgebildet, die sich um einzelne Flüchtlinge und deren Wünsche und Ängste kümmern. „Das sprachliche Hindernis“ bei der Betreuung der Menschen aus dem Ausland sei groß. Deshalb sei inzwischen ein Dolmetscherpool aufgebaut worden. „Inzwischen können wir 18 verschiedene Sprachen anbieten“, berichtete Beer, darunter seien selbst Mazedonisch, Armenisch und Persisch. Da die Übersetzer ehrenamtlich arbeiten, hätten sie für ihre Hilfe allerdings nur eine beschränkte Zeit. Verstärkung werden dringend benötigt.

Nach den Berichten zogen die beiden SPD-Ratsherren Werner Engelhardt und Michael Fallenstein übereinstimmend die Bilanz, dass Gevelsberg es gelungen sei, was beim diesjährigen Neujahrsempfang versprochen wurde: Eine offene, tolerante und hilfsbereite Stadt für die Flüchtlinge zu sein.

 
 

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