Stadt und IG Metall stehen hinter Übernahme

Frank Jürging (rechts)
Frank Jürging (rechts)
Foto: privat

Gevelsberg..  Nur positive Reaktionen gibt es auf die Absicht der Unternehmer Frank Jürging und Christian Borsche, die von der Schließung bedrohte Gevelsberger Firma Jeco vom Mahindra-Konzern zu übernehmen. „Das ist auf jeden Fall eine gute Option. Wir haben immer betont, dass es uns um den Erhalt des Standortes geht“, sagt Clarissa Bader, Erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle Gevelsberg-Hattingen über das Angebot des Ur-Enkels des Jeco-Gründers und seines Partners.

Seriöse Absichten

Die Gewerkschaftlerin bliebt aber erst einmal skeptisch. Noch zu gut ist ihr in Erinnerung wie vom Mahindra-Konzern ein im Auftrag der Belegschaft, des Jeco-Betriebsrates und der IG Metall von einer Unternehmensberatung ausgearbeitetes Alternativkonzept vom Tisch gefegt wurde. Das Angebot zur Übernahme von Jürging und Borsche müsse auf jeden Fall erst genommen werden: „Die beiden haben auf jeden Fall seriöse Absichten. Sie kennen sich in der Metallbranche aus und haben sich auch schon frühzeitig an die Arbeitnehmer-Vertreter gewendet, weil sie wissen, dass wir einen solchen Prozess nicht nur begleiten können, sondern auch müssen.“ In der vorletzten Woche habe es dann das erste persönliche Gespräch zwischen der IG-Metall-Bevollmächtigten und den Jeco-Interessenten gegeben. „Meiner Meinung nach muss Mahindra das Angebot zu Verhandlungen annehmen. Die hohen Kosten für eine Schließung des Werkes auf sich zu nehmen, ohne Alternativen zu prüfen, wäre unverantwortlich. Auch muss der Konzern endlich dazu bereits sein, seine soziale Verantwortung zu übernehmen.“ Gestern verhandelte Clarissa Bader aber erst einmal weiter über einen Sozialplan mit den Mahindra-Managern.

Rückhalt in der Stadt

„Für uns wäre es der Idealfall, wenn ein Mann wie Frank Jürging die Verantwortung bei Jeco übernehmen würde“, sagt Bürgermeister Claus Jacobi. Er kennt den Urenkel des Unternehmensgründer schon sehr lange. Beide – Jacobi und Jürging – sind Rechtsanwälte. Er und sein Geschäftspartner wollten von der Stadt wissen, ob sie noch weiter zu einem gewerblichen Standort in der Feldstraße stehe. „Das haben wir immer gesagt und den beiden Unternehmern auch noch einmal bestätigt.“ Außerdem hätten sie wissen wollen, ob die baurechtlichen Bedingungen weiter bestehen bleiben. „Auch das hat die Stadtverwaltung bejaht“. so Jacobi. Außerdem habe er Frank Jürging und Christian Borsche versichert, dass sie für ihre Pläne den politischen Rückhalt in der Stadt haben. Nun fehlt nur noch eine entsprechende gute Nachricht von der Mahindra-Europa-Zentrale im Baskenland. Denn, dass der deutsche Vorstand des Konzerns auf die Schließung Einfluss hat, daran glauben im weniger Menschen.

EURE FAVORITEN