Stadt Schwelm sieht sich auf der sicheren Seite

Linderhausen, Schwelm, Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Linderhausen, Schwelm, Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Foto: www.blossey.eu

Schwelm..  Es wird immer komplizierter beim Schwelmer Kunstrasen-Projekt. Hat die Verwaltung tatsächlich versäumt, sich bei einem wichtigen Verhandlungspartner im Vorfeld ein Vorkaufsrecht auf eine Fläche zu sichern? Ist die Fläche, um die es geht, tatsächlich unbedingt notwendig für den Bau des Sportparks Nord? Und: Wem gehört diese Fläche denn nun eigentlich in Gänze? Welche Daten stehen in welchen Verträgen? Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich daraus? Fragen, die aktuell nicht geklärt werden können, deren Antworten – je nachdem, wie sie ausfallen – aber existenziell für Erfolg oder Scheitern des Sportparks Nord sind.

Stadt sucht Kontakt zu Landwirt

Kurze Rückblende, worum es geht: Nachdem am Freitagabend Bürgermeister Jochen Stobbe und Egbert Lethmate von der kommunalen Stadtentwicklung den Verwaltungsvorschlag für einen Bebauungsplan des Sportplatzes am Brunnen bekannt gaben, schien hier zunächst eine übereinstimmende Grundlage zum Bau des Sportparks Nord an der Gevelsberger Straße geschaffen. Plötzlich stand jedoch ein Linderhauser Landwirt im Haus Martfeld und hatte einen Notarvertrag dabei, der ihn laut eigener Aussage als Eigentümer einer 6500 Quadratmeter großen Fläche, die für den Bau der beiden Kunstrasenplätze dringen notwendig ist, ausweist.

Die Reaktionen der Verantwortlichen von VfB Schwelm und SpVg. Linderhausen sowie der anwesenden Politiker pendelten zwischen Unglaube und lähmendem Entsetzen.

Gestern nun äußerte sich die Stadtverwaltung zu der Thematik ein einer schriftlichen Pressemitteilung. Hier der Wortlaut: „Für Irritation sorgte die Äußerung eines Landwirts, sein Grundstück in Linderhausen werde verplant, aber er werde nicht verkaufen. Die Stadtverwaltung stellt klar, dass der erwähnte Landwirt nicht ihr Ansprechpartner hinsichtlich eines möglichen Grundstückserwerbs in Zusammenhang mit dem Bau einer Kunstrasenplatzanlage in Linderhausen ist. Die Stadt Schwelm hat mit ihren Ansprechpartnern notariell ein Ankaufsrecht für die in Frage kommende Fläche vereinbart. Da der im Zeitungsartikel genannte Landwirt möglicherweise Gesprächsbedarf hat, hat die Verwaltung ihn ins Rathaus eingeladen.“

Die Hoffnung ruht nun darauf, dass er tatsächlich diese Einladung annimmt, um Klarheit in die Sache zu bringen. Bisher soll es jedoch noch nicht gelungen sein, den Landwirt telefonisch zu erreichen. Die Verwaltung würde dies gern bis zur Finanzausschuss-Sitzung am Donnerstag geklärt haben.

Erbengemeinschaft für Fläche

Denn: Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass die Stadt Schwelm mit einem Verhandlungspartner ein Vorkaufrecht auf eine Fläche abschließt, dieses notariell beglaubigen lässt und sich plötzlich jemand anderes mit einem Notarvertrag als Eigentümer einer Fläche ausweist? Das Grundbuch jedenfalls soll den Landwirt nur als Besitzer von 500 Quadratmetern ausweisen, die in der Tat schön für die Anlage wären, aber nicht notwendig sind. Die weiteren 6000 Quadratmeter hingegen sind elementar, um das Projekt realisieren zu können. Des Rätsels Lösung scheint in einer Erbengemeinschaft zu liegen.

Rechtliche Prüfungen

Bevor nicht alle Positionen bekannt sind, die rechtlichen Prüfungen der einzelnen Papiere und die daraus resultierenden Besitzrechte abschließend geklärt sind, herrscht zumindest eine gewisse Ungewissheit, ob der Bau der Fußballanlage noch möglich ist. So werden sich auch die Verantwortlichen der beiden Vereine ein weiteres Mal gedulden müssen, bis sie ihre Planungen vorantreiben können.

 
 

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