SPD und Linke wollen Edeka auf Zassenhaus

Im Jahr 2010 wurden die Gebäude der ehemaligen Firma Zassenhaus entkernt. Das Grundstück ist zwar verkauft worden, doch passiert ist seitdem nichts mehr auf der Brache an der Viktoriastraße, Ecke Carl-vom-Hagen-Straße.
Im Jahr 2010 wurden die Gebäude der ehemaligen Firma Zassenhaus entkernt. Das Grundstück ist zwar verkauft worden, doch passiert ist seitdem nichts mehr auf der Brache an der Viktoriastraße, Ecke Carl-vom-Hagen-Straße.
Foto: www.blossey.eu

Schwelm.  Monatelang war es still geworden um die Zukunft der Brache – jetzt kehrt das Zassenhaus-Gelände mit einem Paukenschlag zurück auf das politische Parkett: Die SPD und die Linken beantragen, die planerischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich dort ein Vollsortimenter und/oder ein Lebensmitteldiscounter ansiedeln können. Vor allem Ersterem hatte die Politik bisher einen Riegel vorgeschoben, nachdem ein Gutachten ergeben hatte, dass ein Edeka-Markt an dieser Stelle innenstadtschädlich sein würde und insbesondere Kaufkraft vom Rewe-Markt im Schwelm-Center abziehen würde.

Innenstadtschädlich

Die Sozialdemokraten und die Linken wollen nun alle Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich an der Viktoriastraße, Ecke Carl-vom-Hagen-Straße nun doch bald ein Vollsortimenter ansiedeln kann. Bebauungsplan und Flächennutzungsplan sollen ihrer Meinung nach entsprechend geändert werden. „Die Verfahrenskosten einschließlich Gutachtenkosten können dem Entwickler/Investor über einen städtebaulichen Vertrag übertragen werden. Mit dem Investor soll eine angemessene verkehrliche Anbindung für den Bereich vereinbart werden“, schreiben die beiden Fraktionsvorsitzenden Gerd Philipp (SPD) beziehungsweise Jürgen Feldmann (Die Linke) weiter.

Das Gelände ist derzeit in Besitz von Pass Invest. Pass Invest hat das Grundstück im Jahr 2011 von den ehemaligen Firmenbesitzern erworben. „Im Oktober 2012 äußerte der Flächeneigentümer den Wunsch, im Plangebiet großflächigen Einzelhandel anzusiedeln“, heißt es in der Antragsbegründung. Burkhard Pass wollte für Pass Invest dort einen Edeka-Markt und einen Aldi-Markt ansiedeln. Zweiterer stand nie zur Diskussion, wohingegen der Vollsortimenter sehr kritisch betrachtet wurde. Die Politik senkte den Daumen, nachdem ein Gutachten ergeben hatte, dass eine solche Ansiedlung mit zentrumsrelevantem Sortiment innenstadtschädlich sein sollte. Dem Einzelhandel im Stadtkern aber vor allem dem Rewe-Markt im Schwelm-Center würde Kaufkraft abgezogen.

Der Fokus lag bereits damals voll und ganz auf dem Zentrum, in dem nun zahlreiche – in erster Linie altengerechte – Wohnungen entstanden sind. Um zu gewährleisten, dass die Dinge des täglichen Bedarfs für die Menschen, die in der Innenstadt wohnen, weiterhin fußläufig zu erreichen sind, sollte nicht zuletzt auf diesem Wege schützend die Hand über die Händler in der Stadt gelegt werden.

Rewe, Edeka und Aldi würden nun Interesse an dem Gelände bekunden. Gerd Philip sagt: „Aus meiner Sicht ist der großflächige Einzelhandel aber immer mehrheitsfähig gewesen. Für Edeka ist Schwelm ein weißere Fleck auf der Karte, das will das Unternehmen so schnell wie möglich ändern.“ Um das zu realisieren, müsste zudem die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts, die eigentlich für das Jahr 2017 vorgesehen ist, vorgezogen werden, denn dies steht inhaltlich aktuell konträr zu diesen Plänen.

Ob die politische Allianz hinter Bürgermeisterin Gabriele Grollmann dies im Rat allerdings mitträgt, ist fraglich. „Aus meiner Sicht ist dies rechtlich überhaupt nicht möglich, weil das Gutachten klar ergeben hat, dass dies innenstadtschädlich wäre“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Flüshöh.

Weitere Alternativen

Zudem stehen nach Informationen dieser Zeitung in den kommenden Wochen Gespräche mit Burkhard Pass auf dem Programm. Dann wird wohl auch über Alternativen für die Erschließung geredet werden. Vor geraumer Zeit stand die Ansiedlung eines Biomarkts zur Debatte. Aktuell soll eine deutsche Systemgastronomie-Kette Interesse daran zeigen, einen Standort auf der Zassenhaus-Brache zu eröffnen.

 
 

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