Sonnenfinsternis als lehrreicher Spaß

Klaus Bröking und Kim Josephine Dieckmann
Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Silschede in Gevelsberg schauten sich gemeinsam vom Schulhof aus die Sonnenfinsternis an.
Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Silschede in Gevelsberg schauten sich gemeinsam vom Schulhof aus die Sonnenfinsternis an.
Foto: WP

Gevelsberg.  Spannende Momente mit einem Blick zum Himmel über Gevelsberg. Ist sie zu sehen oder nicht? Natürlich ist die Sonnenfinsternis gemeint. Um 9 Uhr ist es grau in grau – trübe Aussichten. Bei dem Optiker Schäfer an der Mittelstraße hat ein Mitarbeiter ein Schild auf die Scheibe geklebt. Es verkündet einen Notstand, den auch andere Fachgeschäfte haben: Alle Spezialbrillen sind ausverkauft.

Kurz nach 10 Uhr dann die entscheidenden Momente. Eine Frau blickt in den Himmel und stößt ihre Freundin an: „Ein Blick in den Nebel kann bei dem Wetter nicht gefährlich sein.“ Tatsächlich: Der Dunst wirkte wie eine natürliche Sonnenbrille, durch die sich die Sichel der Sonne deutlich abzeichnete. Paul-Georg Dahl, Leser unserer Zeitung, stand in diesem Augenblick an der Haßlinghauser Straße und fotografierte Punkt 10.05 Uhr das Naturschauspiel.

Kurze Zeit später durften die Mädchen und Jungen der Grundschule Silschede ihre Klassenräume verlassen. Sie versammelten sich auf dem Schulhof. Kinderköpfe blickten in den Himmel und ihre Finger zeigten zur Sonne. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule in Silschede durften gestern gemeinsam von 10.15 bis 10.30 Uhr die Sonnenfinsternis betrachten. Jedes Kind bekam die spezielle Brille dafür. Ein kleiner Junge namens Fynn kritisierte lautstark die Aussichten, die Wettergott Petrus ihm bot: ,,Es würde mir gefallen, wenn ich etwas sehen könnte.’’

Leider konnten die kleinen Amateur-Astronomen tatsächlich nicht viel erkennen, weil der Himmel bewölkt war. Trotzdem, Jenna war mit den Aussichten, die sich ihr boten, immernoch zufrieden: ,, Mir gefällt die Sonnenfinsternis, das macht Spaß!’’ Auch viele ihrer Schulkameraden waren total begeistert von der dem Mond der sich vor die Sonne schob, trotz der Wolken am Himmel. Die kleine Emma erzählte: ,,Ich habe, als ich die Brille aufgesetzt habe, ein bisschen gesehen, das war toll.’’ Einige Mädchen und Jungen drückten lautstark ihre Begeisterung aus, für andere war es wichtiger, so schnell wie möglich auf eins der Spielgeräte zu kommen, die auf dem Schulhof stehen.

Und bei dem bewölkten Wetter entdeckten die Kinder von der Grundschule auch einen Nachteil ihrer Spezialbrillen. Die fast blickdichte Schutzfolie war eher für die Beobachtungen bei Sonnenschein gedacht. Bei bewölktem Himmel, spiegelten sich eher die eigenen Augen darin. Die Brillen hatten aber noch einen Nebeneffekt: „Jetzt siehst Du aus wie ein Professor.“