So soll die neue Biologische Station aussehen

600 Quadratmeter Nutzfläche, die Hälfte davon aufgeständert: So sieht das Modell für das neue Gebäude der Biologischen Station aus.
600 Quadratmeter Nutzfläche, die Hälfte davon aufgeständert: So sieht das Modell für das neue Gebäude der Biologischen Station aus.
Foto: WP

Schwelm..  Die Biologische Station für den Ennepe-Ruhr-Kreis will von Ennepetal nach Schwelm umziehen. Wann, ist noch nicht klar. Beim Stadtgespräch in Schwelm am Montagabend im Haus Martfeld wurden erstmals Modelle und Vorstellungen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Wechsel bietet der Biologischen Station für den Ennepe-Ruhr-Kreis, die im Jahr 2000 gegründet wurde und seit 2004 in Ennepetal beheimatet ist, die Möglichkeit zur Expansion im Bereich ihrer Umwelt- und Naturschutzarbeit. Das teilte Leiter Dirk Janzen mit. Die Unterkunft an der Loher Straße in Ennepetal ist mit 600 Quadratmetern zwar genauso groß, wie es der Entwurf fürs neue Gebäude in Schwelm vorsieht. Die Station dort ist aber über drei Etagen verteilt und die Raumaufteilung eher ungünstig.

600 Quadratmeter Nutzfläche

Das Modell für die Biologische Station in Schwelm sieht einen 600 Quadratmeter großen, zur Hälfte aufgeständerten Gebäuderiegel vor, in dem Foyer, Toiletten und Veranstaltungsraum (größer als in Ennepetal) auf einer Etage liegen. Der Bau ist behindertengerecht konzipiert und bietet mehr Kapazitäten beispielsweise im Bereich der Umweltbildung für Schüler- und Erwachsene.

Aktuell finden an der Biologischen Station in Ennepetal etwa zehn Veranstaltungen dazu im Monat statt. Am neuen Standort sei mehr möglich, so Dirk Janzen. Darüber hinaus bietet die Biologische Station noch weitere Veranstaltungen zu anderen Umwelt- und Naturschutz-Themen an.

Entwurf und Modell für das neue Gebäude der Biologischen Station sind Ergebnis einer Studie der beiden Architektur-Studenten Martin Boettcher und Raphael Fuss der Alanus-Universität in Bonn im Rahmen ihrer Bachelor-Abschlussarbeit. Sie schlagen als Standort eine Stelle am Rand der Freizeitanlage Haus Martfeld vor: umrahmt von Bäumen, gebaut in Hanglage und mit Blick auf Schloss Martfeld. Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe und Dirk Janzen informierten am Montagabend erstmals öffentlich über Pläne und Hintergründe.

Beide betonten, dass der Wechsel der Biologischen Station von Ennepetal nach Schwelm eine Bereicherung für die Freizeitanlage Haus Martfeld bedeute. Hier könne ein Zentrum für Natur und Kultur im Ennepe-Ruhr-Kreis entstehen. Dirk Janzen sprach von einem „Leuchtturmprojekt“.

Der Bau des neuen Gebäudes soll ausschließlich über Sponsorengelder finanziert werden. Die Unterhaltung des Standortes würde – wie bisher – durch die Biologische Station selbst bestritten. Sie finanziert sich aus öffentlichen Mitteln: 80 Prozent davon stammen aus dem Landes-Umweltministerium, jeweils zehn Prozent vom Ennepe-Ruhr-Kreis und vom Regionalverband Ruhr.

Im vergangenen Jahr standen der Biologischen Station 143 000 Euro zur Verfügung. Abgedeckt wurden damit auch die Personalkosten. Neben Janzen als Leiter beschäftigt die Biologische Station drei Wissenschaftliche Mitarbeiter und eine Verwaltungskraft. Das Team wird komplettiert durch eine Lehrkraft (halbe Stelle), die der Ennepe-RuhrKreis stellt.

Bürgermeister Stobbe und Leiter Janzen betonten, dass es sich bei der Studie um einen ersten Entwurf handelt. Er soll im Dialog mit den Anliegern Planungsreife erlangen. Es werde noch weitere Informationsveranstaltungen dazu geben.

Beim Stadtgespräch am Montagabend wurden indes Sorgen von Anrainern laut, die durch die Biologische Station zusätzlichen Verkehr auf der Straße Lohmühle und eine Zersiedelung der Parkanlage befürchten. Das Verkehrsthema wird verkompliziert durch die Tatsache, dass sich die Stadt Lösungen für den Fall zurechtlegen muss, dass die Brücke an der Hagener Straße als aktuell einzige freie Kfz-Zufahrt zur Kleingartenanlage und zu Haus Martfeld nicht mehr zur Verfügung steht, weil das Brückenbauwerk marode ist.

Das sei frühestens in zehn Jahren der Fall, beschwichtigte Bürgermeister Stobbe. Gleichwohl müsse die Situation beim Planen schon jetzt mitberücksichtigt werden. Im Entwurf eingezeichnet ist für die Kleingärtner eine neue Zuwegung von der Lohmühle hinter der Biologischen Station vorbei zu ihrer Anlage. Die Stadt Schwelm will aber auch prüfen, ob eine Zufahrt von Ennepetaler Stadtgebiet aus möglich ist.

 
 

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