„Sehe mich eher als Sponsor, denn als Investor“

Investor Ralf Stoffels sieht sein Engagement für dem Bau der Dreifeldsporthalle an der Milsper Straße kritischer: „Für die Stadt würde ich die Halle nicht noch einmal bauen, für die Bürger Schwelms
Investor Ralf Stoffels sieht sein Engagement für dem Bau der Dreifeldsporthalle an der Milsper Straße kritischer: „Für die Stadt würde ich die Halle nicht noch einmal bauen, für die Bürger Schwelms
Foto: WP

Schwelm.  Die in der letzten Sitzung des Rates der Stadt Schwelm in diesem Jahr geäußerte Kritik der Politik am Verfahren zum Bau der Dreifeldsporthalle (Bericht vom Samstag) weist Investor Ralf Stoffels zurück. „Zu der Zeitenge ist es nur bei der Installation der Heizungsanlage gekommen, weil Politik und Verwaltung nicht rechtzeitig reagiert haben.“ Außer bei der Heizung sei immer zeitnah eine Einigung gefunden worden. Darüber hinaus wäre er gerne zur Ratssitzung eingeladen worden, um aus der Sicht des Investors berichten zu können.

Investor hat Mehrkosten von 1,1 Mio.

Auch für die Mehrkosten, die die Stadt tragen müsse, sei er nicht verantwortlich. Die Einigung mit der Stadt, die das Projekt erst möglich gemacht hat, war die Übernahme der Erschließungskosten. Im Haushalt hatte die Verwaltung dafür 206 000 Euro eingestellt. Zu wenig, wie sich herausgestellt hat. Tatsächlich waren 170 000 Euro zusätzlich nötig. Und die Ausstattung der Halle mit LED-Licht statt Neonleuchten (plus 100 000 Euro) amortisiert sich für die Stadt bereits nach fünf Jahren über geringere Energie- und Wartungskosten. Nicht die Stadt habe Geschenke an den Investor verteilt, sondern der Investor habe Mehrkosten von 1,1 Mio. Euro netto zu tragen, so Ralf Stoffels.

Ralf Stoffels trifft die Kritik persönlich: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich mich eher als Sponsor, denn als Investor bei diesem Projekt betrachte, das mit Hilfe eines Teils der Erbschaft an meine Kinder und durch Darlehen der Schwelmer Sparkasse finanziert wird und bei einfacher Rechnung – ohne Berücksichtigung von Investitionen während der Laufzeit – erst nach über 30 Jahren die Baukosten von netto inzwischen 4,65 Mio. Euro über den zunächst nur auf 20 Jahre ausgelegten Mietvertrag wieder einspielt.“ Soviel Zeit und Geduld würde im Wirtschaftsleben wohl kaum jemand aufbringen. Und eine Investition, bei der während der Grundmietzeit über eine Million Verlust entstehen, würde wohl auch niemand angehen, dem es nicht um etwas ganz anderes gehen würde, als sich im „zu kurz gedachten“ permanenten Parteienstreit um Kosten und Termine aufreiben zu lassen. Dieses Projekt ist für Ralf Stoffels erstens „alternativlos“ für den Erhalt der Standortattraktivität Schwelms und sichert zweitens über Jahrzehnte die Möglichkeit des Hallensports mit Publikumsverkehr. „Sport als kommunale Versorgungsaufgabe trägt zum sozialen Frieden und zur Zukunftsfähigkeit einer Kommune maßgeblich bei, egal ob es der gesundheitliche Aspekt des selbst betriebenen Sports ist, oder der Aspekt, die Bürger bei sportlichen Großereignissen im Sinne ihrer Heimatstadt im Publikum zusammenzubringen. Und die Vereine brauchen diese Halle, um Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen und diesen eine Perspektive und sinnvolle Beschäftigung bieten zu können.“

Stoffels erinnert an das europaweite Ausschreibungsverfahren der Stadt Schwelm zum Bau der Dreifeldsporthalle, bei dem sich wegen der gegebenen Randbedingungen und der Forderung, mit der Netto-Miete günstiger zu sein, als die laufenden Kosten der damals bereits seit langem zur Schließung vorgesehenen drei Schulsporthallen (160 000 Euro p.a.) kein zweiter Bewerber hatten finden können.

„Am 13.01.14 habe ich ein Angebot abgegeben mit einer Netto-Miete von 156 000 Euro p.a. (ohne Re-Investitionskostenanteil) und damit die Forderungen der Stadt erfüllt; Voraussetzung war die Zurverfügungstellung eines für eine Sporthalle geeigneten und erschlossenen Grundstücks. Am 31.08.14 wurde der Mietvertrag unterzeichnet, der Mietvertrag sieht eine Übergabe spätestens Anfang Januar 2016 vor.“

 
 

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