Schwelmern das Museum wieder näherbringen

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Schwelm..  Die Verlegung der standesamtlichen Eheschließungen von dem Barocksaal in das Foyer von Haus Martfeld, der kostenpflichtige Besuch von Wechselausstellung, eine Anhebung der Nutzungsentgelte für den Museumsbesuch und die Reaktivierung des Seminarraums für kleinere Veranstaltungen – ein Füllhorn an Ideen schüttete die Leiterin des städtischen Kulturbüros, Gabriele Weidner, in der Sitzung des Kulturausschusses aus. Unter dem Motto „Haus Martfeld entwickelt sich!“ wurden den Mitgliedern des Ausschusses Maßnahmen zur Optimierung der Nutzung von Schwelms guter Stube vorgestellt.

Im Zuge der Spardiskussionen hatten Politik und Verwaltung monatelang nach Optimierungsmöglichkeiten für Museum und Archiv gesucht und ein dickes Bündel von Ideen zusammengetragen mit dem Ziel, Haus Martfeld auf Dauer zu erhalten. „Wir müssen den Schwelmern ihr Museum wieder näherbringen. Mit dem Konzept sind wir ein gutes Stück weitergekommen auf dem Weg, Martfeld zu stabilisieren“, brachte es Bürgermeister Jochen Stobbe auf den Punkt. Das Stadtarchiv ist eine Pflichtleistung der Kommune, der Museumsbetrieb ist eine freiwillige Leistung, die in Zeiten eines Sparhaushalts auf den Prüfstand steht.

Für ihr Konzept bekam Gabriele Weidner quer durch die Fraktionen viel Lob und wenig Kritik. „Die Vorschläge gefallen mir persönlich sehr gut“, lobte Hermann Grüntker (CDU).

Lob von den Fraktionen

„Im Ergebnis überwiegen die Vorteile, das Konzept steigert die Attraktivität von Haus Martfeld“, meinte auch Thorsten Kirschner (SPD). Auf gemischte Reaktionen stieß der Vorschlag, künftig standesamtliche Trauungen nicht mehr im Barocksaal, sondern im Foyer der ersten Etage im Südflügel vorzunehmen. „Der Reiz für Brautpaare, sich im Haus Martfeld trauen zu lassen, ging bisher von der Örtlichkeit aus“, meinte sowohl Uwe Weidenfeld (Grüne) als auch Christiane Sartor (CDU). Die Vorteile liegen für Gabriele Weidner jedoch auf der Hand. Bisher fanden nur Hochzeitsgesellschaften bis 20 Personen Platz im Barocksaal. Mit dem Ortswechsel wären es dann 100 Personen. Zusätzlich könnte Personal eingespart werden, Hochzeitsgesellschaften müssten bis zum Trauungstermin nicht mehr wetterungeschützt in Innenhof warten und es ist ausreichend Platz vorhanden, auch Trauungen mit Live-Musik zu gestalten.

Neue Entgeltordnung

Kein großes Thema war schließlich die neue Entgeltordnung für das Museum, die der Kulturausschuss (bei zwei Enthaltungen) für gut befand und über die im Stadtrat am 20. Juni entschieden wird. Danach würden ab 1. Juli folgende Tarife gelten: Erwachsene 5 Euro (plus 2 Euro), Schüler/Studenten/Schwelm-Pass-Inhaber 2,50 Euro (plus 0,50 Euro), Eintritt laufende Wechselausstellung 1 Euro (neu), Gruppenführung 50 Euro (plus 20 Euro), Schulklassen 25 Euro (neu).