Schwelm-Center wird für Millionen renoviert

Das Schwelm-Center gammelt seit Jahrzehnten vor sich hin. Nun hat Kintyre Management den Gesamtkomplex inklusive Parkhaus gekauft und wird einen hohen siebenstelligen Betrag investieren.
Das Schwelm-Center gammelt seit Jahrzehnten vor sich hin. Nun hat Kintyre Management den Gesamtkomplex inklusive Parkhaus gekauft und wird einen hohen siebenstelligen Betrag investieren.
Foto: WP
Das Schwelm-Center gammelt seit Jahren vor sich hin. Das soll sich nun radikal ändern: Die Kintyre Real Estate hat das Gebäude erworben.

Schwelm. Das Schwelm Center gammelt seit Jahren vor sich hin. Zwei Rolltreppen stehen. Der Notruf im Aufzug hat noch eine Wählscheibe. Das soll sich nun radikal ändern. Die Kintyre Real Estate hat das Gebäude inklusive Parkhaus mit sieben anderen Liegenschaften aus der Insolvenzmasse des niederländischen Investment-Fonds, dem der Komplex bisher gehörte, erworben. Geplant ist ein Komplettumbau mit Start 2017. „Hier wird etwas richtig Schönes entstehen, das der Stadt Schwelm gut tun wird“, sagt Uwe Kessler, der das Projekt betreut.

Der neue Besitzer

Kintyre ist ein Immobilieninvestment- und Immobilienmanagement-Unternehmen, das aktuell mehr als 100 Liegenschaft im Gesamtwert von mehr als 500 Millionen Euro betreut. Bereits zum 1. September hat das Unternehmen in einem Joint-Venture mit AEW Europe das Schwelm Center für einen Investor gekauft. „Wir sind auf notleidende Einzelhandelsimmobilien spezialisiert“, sagt Kessler, der bei seinem ersten Besuch in Schwelm zunächst geschockt war. „Als ich mir das Objekt inkognito angeschaut habe, dachte ich zunächst: ,Mein Gott, wer hat mir das angetan?’ Schon im Auto auf dem Weg nach Hause hatte ich meine Meinung revidiert. Hier ist großes Potenzial vorhanden.“

Umbau und Kosten

Um dieses Potenzial zu heben, plant Kintyre eine hohe siebenstellige Summe in die Hand nehmen, um das Gebäude zukünftig attraktiv zu gestalten. Aktuell begutachten Architekten, Ingenieure und Statiker den Gesamtkomplex, um auszuloten, was getan werden muss und welche Wünsche realisierbar sind. „Elementar ist für uns ein direkter Parkhausanschluss an die Einkaufsfläche“, sagt Uwe Kessler. Das gesamte Gebäude soll von innen freundlicher, offener gestaltet werden. Die bisherigen Büroflächen will Kintyre ebenfalls in Einzelhandelsflächen umwandeln. Die Bausubstanz des Gebäudes aus den 70ern sei glücklicherweise solide. Etwas Kopfzerbrechen bereiten die defekten Rolltreppen, weil der Hersteller seit vielen Jahren nicht mehr existiert. „Aber auch dafür werden wir ein Lösung finden.“

Händler

Der Produktmix soll sich verändern, erweitern, attraktiver werden, doch sämtliche Gespräche stehen erst ganz am Anfang. Zwar laufen alle Mietverträge der aktuellen Händler in Kürze aus, doch Kessler betont: „Sie sind unsere ersten Ansprechpartner. Wir wollen alle Bestandsmieter und ihre Wünsch in die Planungen mit einbinden.“ Gleichwohl sei es für einen Vollsortimenter wie Rewe schwer, entsprechende Umsätze ohne Parkhauszugang zu erzielen. Unstrittig ist für ihn, dass Gastronomie integriert werden muss. „Ich denke, etwas im Snack- oder Fast-Food-Bereich, aber kein McDonald’s.“ Außerdem schwebt ihm vor, mit örtlichen Gastronomen Gespräche aufzunehmen. Ebenso hat er die Hoffnung, einen großen Elektromarkt begeistern zu können, nach Schwelm zu kommen und will darauf drängen, dass die Bestandsmieter wie C&A sich in einem dann hergerichteten Center ebenfalls besser präsentieren. „Im Gesamten muss die Aufenthaltsqualität gesteigert werden.“

Parken

Die aktuell 215 Stellplätze sollen zu Gunsten größerer Breiten der einzelnen Boxen reduziert werden. Es sollen Frauen- und Familienparkplätze entstehen, das Parkdeck auf dem Dach wieder zum Parken geöffnet werden. Seit geraumer Zeit wird das Parkhaus kaum noch genutzt. Vor allem vielen Frauen ist es mit den während der vergangenen Jahre deutlich gewachsenen Autos mittlerweile zu eng.

Umfeld

Wichtig ist Uwe Kessler, dass alles in Einklang mit den Händlern in der Schwelmer Fußgängerzone läuft. „Wir wollen keine Kannibalisierung. Eine Apotheke beispielsweise werden wir mit Sicherheit nicht annehmen. Davon gibt es bereits genug.“ Schließlich funktioniere die Fußgängerzone, auch wenn aus seiner Sicht deutlich zu wenig Gastronomie vorhanden sei, um die Menschen dauerhaft in der Schwelmer Innenstadt zu halten.

Zeitplan

„Wir wollen bis zum Sommer die erste finale Planung vorliegen haben“, sagt Uwe Kessler. Dann will er intensive Gespräche mit der Stadtverwaltung aufnehmen. Sollte diese mit den Plänen einverstanden sein, will Kintyre den Bauantrag noch im Herbst diesen Jahres einreichen. „Funktioniert alles so, wie wir uns das vorstellen, starten wir 2017 mit dem Umbau“, sagt Uwe Kessler und hofft auf eine gute Zusammenarbeit.

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