„Schmeckt noch besser als vorher“

Das neue Schwelmer Bier aus Detmold: Schwelmer Kupfer und Schwelmer Messing. Foto: Bernd Richter
Das neue Schwelmer Bier aus Detmold: Schwelmer Kupfer und Schwelmer Messing. Foto: Bernd Richter
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Die ersten Flaschen des neuen Schwelmer Biers werden angeboten.

Schwelm.. „Man hat uns sicherlich unterschätzt“, sagt Klaus Kaiser. Der 1. Vorsitzende des „Vereins für Erhalt und und Förderung der Schwelmer Brautradition“ begrüßte rund 15 aktive Mitglieder im Schatten des verwaisten Brauereihofs zu einer Vereinssitzung voll der Freude.

Dort, in der Gaststätte „Westfalenhof“ in Schwelm, treffen sich die Vereinsmitglieder regelmäßig. Am Dienstagabend war es jedoch eine ganz besondere Zusammenkunft. Denn am heutigen Donnerstag geht das neue Bier „nach Schwelmer Art“ in den Verkauf. Sein Name: „Messing“ (nach Art des „Pilseners“) und „Kupfer“ (nach Art des „Bernsteins“). „Einige von uns waren heute in Detmold in der Brauerei. Kurz vor unserer Ankunft waren dort die letzten Flaschen des neuen Biers abgefüllt worden“, sagte Klaus Kaiser. Begeistertes Tischklopfen der Bierfreunde.

Heute, um 16 Uhr, ist es so weit. Das neue „Schwelmer“ wird bei „Raidt’s Getränkehof“ in Schwelm, Berliner Straße 54, präsentiert. „Der Kampf hat sich gelohnt“, meinen die Vereinsmitglieder. Aus einer losen Initiative des Internetnetzwerks Facebook wurde der Verein noch zu Zeiten des Insolvenzverfahrens gegründet. „Wir haben nie aufgegeben. Umso stolzer sind wir, dass es etwas genützt hat.“

Zwar wird noch nicht wieder in Schwelm selbst gebraut. „Aber immerhin gibt es nun wieder ein Bier nach der bekannten Rezeptur“, so die Bierliebhaber. Für die Qualität und die Sorgfalt beim Brauen sorgt der ehemalige Schwelmer Braumeister Stefan Hammermeister. Der mittlerweile als Brau-Experte selbstständige Schwelmer hat mit der Privatbrauerei Liebhart in Ostwestfalen eine neue Braustätte aufgetan, in denen die Bierspezialität nun abgefüllt wird.

Wahrzeichen Schwelms soll bewahrt werden

„Die Brauerei in Detmold macht einen tollen Eindruck“, erzählt Klaus Kaiser, dessen Verein nun schon 86 eingetragene Mitglieder verzeichnet.

Frank Hense, der gemeinsam mit Stefan Hammermeister die Vertriebsgesellschaft „SchwelmeBräu GmbH und Co. KG“ gegründet hat, berichtete den Interessierten vom aktuellen Stand der Entwicklungen. Noch sei die Genossenschaft der Brauerei formal-juristisch nicht handlungsfähig. „Aber wenn es so weit ist, will sich die Genossenschaft am Vertrieb beteiligen.“ Ziel sei es, „mittelfristig wieder in Schwelm Bier zu brauen“. Immerhin sei die Brauerei eines der Wahrzeichen der Kreisstadt mit einer Tradition, die es zu bewahren gelte.

Der „Verein für Erhalt und Förderung der Schwelmer Brautradition“ will sich nach dem ersten Teilerfolg weiter engagieren. „Wir werden die Entwicklung stets kritisch verfolgen“, geben die Schwelmer ihre Devise vor.

Bereits heute werden sie tatkräftig mit anpacken, wenn die ersten Kästen verkauft werden. Zwei Flaschen hatte Klaus Kaiser aus Detmold mitgebracht. „Schmeckt sogar noch besser als vorher“, lautete das Urteil.

 
 

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