Schlosshöhle in Schwelm ist für Forscher ein Sensationsfund

Ein natürlicher CO2-See erschwerte dem Arbeitskreis Kluterthöhle die Erforschung der Schlosshöhle bei Schwelm. Der Verein spricht von einem Sensationsfund.
Ein natürlicher CO2-See erschwerte dem Arbeitskreis Kluterthöhle die Erforschung der Schlosshöhle bei Schwelm. Der Verein spricht von einem Sensationsfund.
Foto: WP
Der Arbeitskreis Kluterthöhle und der Verein für Heimatkunde stellten jetzt der Öffentlichkeit die Schlosshöhle vor. Für Höhlenforscher ist sie eine unglaubliche Entdeckung an der Bahnstrecke Köln-Dortmund. Alles über den Sensationsfund:

Schwelm.. 19 Meter lang, kuppelartige Räume, direkt hinter dem Eingang ein natürlicher CO2-See, alles eingelagert in den 30 m mächtigen Schwelmer Massenkalk und ca. 65 Millionen Jahre alt: So unspektakulär, wie sich die nackten Zahlen für den Nichtfachmann zunächst lesen, so spektakulär ist die jüngste Höhlenentdeckung jedoch für die Fachwelt. Der Arbeitskreis Kluterthöhle und der Verein für Heimatkunde stellten jetzt der Öffentlichkeit die Schlosshöhle vor.

Unterirdische Zauberwelt

„Ich bin seit 1979 Höhlenforscher. Aber so ein Ding ist mir noch nicht untergekommen. Es ist eine unglaubliche Höhle, es roch nach Schwefel und alles hat im Schein der Lampe geglitzert.“ Stefan Voigt, Vorsitzender des Arbeitskreises Kluterthöhle ist auch noch Monate nach seinem ersten Einstieg in die unterirdische Zauberwelt die Begeisterung über den Zufallsfund anzumerken. Die neu entdeckt Höhle an der Bahnstrecke Köln-Dortmund in Höhe des Hauses Martfeld lässt das Herz des Höhlenforschers höher schlagen.

Elfen, Feen und Kobolde hat der Arbeitskreis Kluterthöhle nicht gefunden. Auch ein Goldschatz konnte nicht gehoben werden, als die Höhenforscher sich über ein unscheinbares Erdloch am Hang der Bahnlinie Zugang verschafften. Doch für Günter Voigt ist es ein Sensationsfund. „Nicht die Länge entscheidet über die wissenschaftliche Wertigkeit einer Höhle“, sagt der anerkannte Hobby-Höhlenforscher.

HöhlentourDie hiesige Region ist, geologisch gesehen, für Höhlenforscher ein Glücksfall. Der Massenkalkzug sorgt beispielsweise im Gebiet Linderhausen für Dolinen. Hier sei die höhlenreichste Region in ganz Deutschland und erdfallreichste Gegend in NRW, sagt Voigt. Ein Erdfall Anfang 2014, nur wenige Meter von der stark befahrenen ICE-Strecke am Martfeld, legte auch den Eingang zur Schlosshöhle frei. Der Arbeitskreis arbeitete im Verborgenem, erkundete die Höhle in Zusammenarbeit mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises und der Deutschen Bahn. Schließlich wurde die Schutzwürdigkeit der Höhle festgestellt und ihr Eingang mit einem Stahltor vor unberechtigtem Zugang gesichert.

Unglaubliches Farbenspiel in der Schlosshöhle

Die Schlosshöhle bietet ein reichliches Vorkommen an Kupfer, Markasit, Brauneisenstein, Mangan, Schwefel, Gips, Pyrit und anderem. Stark vererzt erinnern ihre Wände schon ein wenig an Altbergbau. „Das Farbenspiel ist unglaublich. die ganzen Wände glitzern vor Kristallen“, berichtet Voigt von einer „total umwerfenden Atmosphäre. Auf den Bildern sind auch „Goldadern“, die den Fels durchziehen, auszumachen. Auf eine finanzielle Sanierung des städtischen Haushaltes in Schwelm macht Stefan Voigt allerdings keine Hoffnung. „Das ist kein Gold, sondern Pyrit oder Schwefelkies. Nicht umsonst wird es auch Katzengold genannt.“

Für die Höhlenforscher war die Erkundung nicht ganz ungefährlich. Stefan Voigt: „Die Höhle ist noch aktiv. Es gibt einen natürlichen CO2-See.“ Wer reines CO2“ einatmet, schläft ein und wacht nicht mehr auf.

 
 

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