Sanierung geht vor Gewinn-Ausschüttung

Vorzeigeobjekte für die „en|wohnen GmbH“: Die sanierten Häuser in Gevelsberg in der Silscheder Straße 125-129wurden ursprünglich im Jahr 1954gebaut und sehen heute wieder aus wie neu.
Vorzeigeobjekte für die „en|wohnen GmbH“: Die sanierten Häuser in Gevelsberg in der Silscheder Straße 125-129wurden ursprünglich im Jahr 1954gebaut und sehen heute wieder aus wie neu.
Foto: WP

Schwelm..  Die „en|wohnen GmbH“ feiert Geburtstag. Das kommunale Wohnungsunternehmen des EN-Kreises wird am 15. August 75 Jahre jung. Grund genug für die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mit Sitz in der Castorffstraße 20 in Schwelm, den erfreulichen Anlass am Freitag, 21. August, zu feiern.

130 geladene Gäste

130 geladene Gäste aus der Politik, Gesellschafter, Aufsichtsräte, Partner und Mitarbeiter inklusive der Betriebsrentner sind zum Empfang ins Haus Martfeld in Schwelm geladen. Und wie es sich für ein gemeinnütziges Unternehmen gehört, wünscht man sich statt Geschenken lieber Spenden, mit denen karitative Einrichtungen in der Region unterstützt werden sollen. Aber das schönste Geschenk hat sich im Jubiläumsjahr das Unternehmen selbst gemacht. „Wir können das beste Jahresergebnis überhaupt vorweisen“, lässt sich Geschäftsführer Alexander Dyck ein klein wenig in seine Karten schauen.

Am 26. Juni 1929 wurde das Unternehmen „Wohnungsbau-Gesellschaft mit beschränkter Haftung für den Kreis Schwelm“ mit Sitz in Schwelm gegründet. Der Gesellschaftsvertrag wies ein Stammkapital von 70.000 Reichs-Mark aus, verteilt auf 31 Gesellschafter, wobei 47.500 Reichs-Mark durch den Ennepe-Ruhr-Kreis eingezahlt wurden. Ein Wohnungsbestand war noch nicht vorhanden; ebenso war keine Bautätigkeit zu verzeichnen.

Im Jahr 1933 zog der Ennepe-Ruhr-Kreis – zur Sparsamkeit gezwungen – seine Einlagen wieder heraus. Die Gesellschaft wurde aufgelöst. Am 15. August 1940 wurde die Gesellschaft unter der Bezeichnung „Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Ennepe-Ruhr-Kreis GmbH“ mit Sitz in Schwelm neu gegründet.

Im Jahr 2011 folgte die Neuausrichtung des Unternehmens mit Setzung neuer Schwerpunkte. Ein Fünf-Jahres-Plan wurde beschlossen, dessen Kern die Instandhaltung, Sanierung und Aktivierung der Immobilien und Außenanlagen ist. Für rund 27 Millionen Euro sollen 400 der insgesamt 1687 Wohneinheiten modernisiert werden. Der nächste Fünf-Jahres-Plan definiert ähnliche Ziele. „Wenn alles gut läuft, sind wird dann durchsaniert“, sagt Alexander Dyck. Nicht die Rendite hätten die Eigentümer primär im Fokus, sondern die Investitionen im Bestand. Deshalb werde es auch aktuell keine Ausschüttungen geben. „Im Augenblick wird jeder Euro in den Bestand investiert“, so Dyck. Planziel sei eine angepeilte Ausschüttung im Jahr 2019.

Und was die mit zehn Mitarbeitern personell schlank aufgestellte Wohnungsgesellschaft bisher auf die Beine gestellt hat, kann sich durchaus sehen lassen. Für die Umbauarbeiten verzichtet man weitgehend auf die Unterstützung externer Planer und Architekten. Fachkompetenz wird im eigenen Haus herangezogen und genutzt. Lohn aller Mühen ist ein kontinuierlich gesunkener Leerstand von ehemals 16 auf ganze 5,6 Prozent und teilweise Wartelisten für Wohnungen in den sanierten Immobilien. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sportlich sie die Aufgaben angeht – und alles mit Handwerkern aus der Region“, sagt Alexander Dyck. So blieben 80 Prozent der Investitionen bei Handwerksunternehmen in der Region hängen.

 
 

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