Rüggeberg bereitet sich auf 700-Jahr-Feier vor

Rüggeberg wurde am 13. Mai 1315 erstmals urkundlich erwähnt. Das Original der Urkunde, die in lateinischer Sprache verfasst ist befindet sich im Landesarchiv in Duisburg. Hier eine Abbildung aus dem Buch "Das  900-jährige Kirchspiel Voerde und seine Umgebung", heruasgegeben von Alfred Blum.
Rüggeberg wurde am 13. Mai 1315 erstmals urkundlich erwähnt. Das Original der Urkunde, die in lateinischer Sprache verfasst ist befindet sich im Landesarchiv in Duisburg. Hier eine Abbildung aus dem Buch "Das 900-jährige Kirchspiel Voerde und seine Umgebung", heruasgegeben von Alfred Blum.
Foto: WP

Ennepetal..  Davon kann eine glückliche Braut heutzutage meist nur träumen, denn eine stattliche Anzahl von Bauernhöfen bekam Sophie von Volmarstein damals von ihrem Vater Dietrich als Mitgift in die Ehe mit ihrem Gatten Gottfried von Sayn gegeben. Das war im späten Mittelalter gar nicht so ungewöhnlich, denn die Bauern selbst durften kein Eigentum haben, und der Adel konnte mit seinem Besitz unbeschränkt handeln. Die erwähnte Volmarsteiner Mitgift ist auch heute noch für uns interessant, weil mehrere dieser Bauernhöfe, „Freigüter“ genannt, im Gebiet der heutigen Stadt Ennepetal lagen. Vor allem das Höhendorf Rüggeberg bereitet sich deshalb schon auf ein zünftiges Jubiläumsfest vor. Man feiert im kommenden Jahr quasi den „700. Geburtstag“.

Urkunde im Landesarchiv Duisburg

Im Landesarchiv Duisburg liegt eine eng auf Lateinisch beschriebene Urkunde mit der Datierung 13. Mai 1315, in der diese Freigüter allesamt aufgelistet sind. Die Herren von Volmarstein, seinerzeit „Volmesteyn“ geschrieben, eben jener Gottfried und seine Sophie, verkauften damals zahlreiche ihrer Bauernhöfe an den Grafen Adolf von Berg. Unsere Vorfahren wurden also mit einem Federstrich „bergische Leute“, sie mussten folglich ihre Steuern und Abgaben an den Grafen von Berg zahlen. Auch die „Burgmannsdienste“ waren nun für den Grafen von Berg zu leisten. Allerdings blieb die Gerichtsbarkeit in der Freigrafschaft Volmarstein, auch die Schöffen behielten ihre Aufgabe. Die „Bergischen“ konnten sich jedoch nur bis 1399 an ihrer Neuerwerbung freuen. Da nämlich gingen die genannten Freigüter nach schweren Kämpfen allesamt an die Grafschaft Mark, und diese wiederum landete vor gut 400 Jahren durch Erbschaft bei den Brandenburger Fürsten. Auf diese Weise wurden auch wir märkischen Sauerländer den Preußen zugeschlagen.

Zunächst werden in der erwähnten Volmarsteiner Urkunde von 1315 einige Güter in „Rode“ aufgeführt, womit das heutige Radevormwald gemeint war. Dann folgen die Namen von Höfen in Hagen und Dahl und Breckerfeld. Aus dem Kirchspiel Schwelm werden für das Gebiet der heutigen Stadt Ennepetal aufgeführt die Freigüter Herminghausen („Heyderminchusen“), die untere Hülsenbecke („lutteke Hulsbeke“), die obere Hülsenbecke („Holzbeke“), Rüggeberg („Royckeberge“), Hesterberg und Severinghausen („Siberdinchusen“). Aus dem Kirchspiel Voerde kamen drei Freigüter im heutigen Ortsteil Hasperbach und in Voerde hinzu: Schüren („to Schuren“), an das noch heute der Schürenweg erinnert, sowie Voßwinkel („Voyswinckele“) im Voerder Norden und Bilstein („Bylsteyn“) im Süden des Kirchspiels.

Buch und Fest zum Jubiläum

Alle diese Hofbezeichnungen tauchen in der Urkunde schriftlich zum ersten Male auf, und deshalb wird auch oben „auf Rüggeberg“ der 700. Geburtstag des Ortes gefeiert werden. Werner Balke, der Vorsitzende des Heimatvereins Rüggeberg, arbeitet schon seit geraumer Zeit an einem Buch über die Geschichte seines Höhendorfes. Es soll bis zum kommenden Frühjahr fertig werden, damit es rechtzeitig zum Jahrestag der Erst-Erwähnung im Mai 2015 bei den Mitbürgern ankommen kann.

Gefeiert werden soll das Jubiläum im Zusammenhang mit dem schon traditionellen Rüggeberger Bauernmarkt am letzten Mai-Wochenende des kommenden Jahres. „Alle Rüggeberger Vereine sind schon in die Vorbereitung eingebunden“, erzählt Werner Balke auf Nachfrage. Vor allem aber die Rüggeberger Bauernfamilien haben besonderen Grund zum Feiern, denn sie sind heutzutage nicht mehr Leibeigene eines adeligen Herren von Volmarstein oder eines Grafen von Berg, sondern sie können als freie Unternehmer durchs Leben gehen – allerdings heute an der langen Brüsseler Leine.

 
 

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